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Manchmal frage ich mich, wie viel Frust, Selbstzweifel und Nerven ich mir hätte sparen können, wenn mir jemand rechtzeitig ein paar Dinge übers Schreiben gesagt hätte. Nicht nur übers Schreiben selbst, sondern über das Ganze drumherum: Verlagswelt, Selfpublishing, Social Media, kreative Routinen – und wie sich das alles anfühlt, wenn man 7.000 Kilometer vom eigentlichen Buchmarkt entfernt lebt. Hier sind 10 Dinge, die ich heute weiß – und die meinem früheren Ich einiges an Kopfzerbrechen, Grübeln und Koffein erspart hätten. 1. Schreiben ist kein einsamer Job – es sei denn, du machst ihn dazu In meinem Kopf war Schreiben immer ein Soloakt – du, die Tastatur und sonst nichts. Heute weiß ich: Der Austausch mit anderen Schreibenden ist nicht Luxus, sondern Überlebensstrategie – besonders, wenn man wie ich in Michigan sitzt, während die eigentliche Buchwelt in Leipzig, Hamburg oder München tobt. Ich bin inzwischen Mitglied bei zwei wunderbaren Autor*innenvereinigungen – DELIA (Vereinigung deutschsprachiger Liebesromanautorinnen und -autoren) und dem Selfpublisher Verband – und möchte beides nicht mehr missen. Dazu kommen einige wenige enge Kontakte zu befreundeten Autor*innen, mit denen ich brainstorme, jammere, jubiliere und ganz nebenbei den schönsten Beruf der Welt ein bisschen weniger frustrierend mache. Natürlich begegnet man unterwegs auch Neid, Missgunst oder Ellenbogenmentalität – das bleibt leider nicht aus. Aber das Schöne ist: Man kann sich aussuchen, mit wem man sich umgibt. Und wenn man die richtigen Menschen gefunden hat, fühlt sich Schreiben plötzlich gar nicht mehr so einsam an – sondern wie Teil einer ziemlich schrägen Schreibfamilie. 2. Ohne Social Media geht gar nichts – vor allem nicht für den deutschen Markt Ich geb’s zu: Ich habe Social Media lange als lästige Pflicht betrachtet. Muss ich wirklich ein Reel drehen, wenn ich doch eigentlich nur ein Buch schreiben will? Die Antwort ist: Jein. Schreiben und Marketing sind zwei Paar Schuhe – aber wenn du willst, dass dein Buch Leser*innen erreicht, musst du beide anziehen. Gerade auf dem deutschsprachigen Markt läuft viel über sichtbare Präsenz, persönliche Nähe und Community. Instagram ist oft dein Schaufenster, dein Messestand und dein Wohnzimmer in einem. Für jemanden wie mich, die 7.000 Kilometer entfernt lebt, ist Social Media deshalb mehr als Marketing – es ist meine Verbindung zur Buchwelt, meine Bühne und mein Kaffeetisch mit Leser*innen zugleich. Und wisst ihr was? Inzwischen macht es mir sogar Spaß. Echt jetzt. (Also meistens. Also… sagen wir, oft genug, um es überzeugend zu behaupten. Fake it till you make it, oder?) Tipp am Rande: Such dir ein kleines, feines Team aus Buchblogger*innen, bei denen die Chemie stimmt – Menschen, die zu dir und deinen Geschichten passen. Gemeinsam wird die Reise nicht nur leichter, sondern auch schöner. Denn was gibt es Besseres, als die Buchwelt nicht allein zu erkunden, sondern mit Menschen, die deine Worte lieben? Und wer weiß – vielleicht entsteht daraus mehr als nur Reichweite. Vielleicht sogar echte Freundschaft. 3. Lektorate tun weh – und genau deshalb sind sie Gold wertIch erinnere mich noch an mein erstes professionelles Lektorat. Es fühlte sich an wie ein Seelenstriptease mit Rotstift. Heute weiß ich: Eine gute Lektorin sieht nicht nur, was du schreibst, sondern was du eigentlich sagen willst – und hilft dir dabei, genau dorthin zu kommen. Manchmal tut es weh, aber in 99 % der Fälle wird das Manuskript danach so viel besser, dass man sich fragt, warum man überhaupt an der Rohfassung hing. 4. Deine Schreibstimme entwickelt sich. Und das ist kein Makel, sondern MagieMein erstes Buch klingt anders als mein drittes. Und das wiederum anders als mein jetziges. Ich dachte lange, ich müsse „meine Stimme“ finden und dann auf ewig beibehalten. Heute weiß ich: Stimme ist ein lebendiger Prozess. Sie wächst mit jedem Text, mit jeder Lebensphase, mit jeder Erfahrung. Wenn sich mein Stil verändert, dann, weil ich wachse – nicht weil ich mich verliere. 5. „Nur was sich verkauft, wird verlegt“ – klingt hart, stimmt aber oft Ich hätte gerne früher gewusst, wie viel Marktorientierung auch in kreativen Entscheidungen steckt. Gerade im klassischen Verlagswesen. Wenn dein Buch nicht ins Programm passt – sei es wegen Thema, Genre oder Timing – (oder du nicht zum Genre ... ja, gibt's leider auch) dann wird es trotz toller Idee vielleicht abgelehnt. Nicht, weil es schlecht ist. Sondern weil es sich (vermutlich) nicht verkauft. Das gilt besonders für Verlagsautor*innen, wo Verkaufszahlen, Zielgruppenlogik und Genregrenzen eine große Rolle spielen. Als Selfpublisher*in hast du da deutlich mehr Freiheiten – niemand redet dir rein, niemand zwingt dich in ein Coverkonzept oder einen Trend. Aber: Wenn du auch nur ein bisschen Geld damit verdienen willst (und nicht nur für die eigene Schublade schreibst), hilft es trotzdem, den Markt zu kennen. Zu wissen, was Leser*innen gerade anspricht. Und dann zu entscheiden, was davon zu dir passt – und was nicht. 6. Nicht jedes Buch wird ein Bestseller – und das ist völlig okay Eines der Dinge, die ich wirklich gerne früher gewusst hätte: Erwarte nicht zu viel auf einmal. Nicht jeder Roman zündet sofort. Nicht jede Veröffentlichung bringt den großen Durchbruch. Und das bedeutet nicht, dass du gescheitert bist. Im Gegenteil – je realistischer die Erwartungen, desto leichter kannst du kleine Erfolge überhaupt als solche wahrnehmen. Ein gutes erstes Feedback. Ein Leser, der sich meldet. Ein Verkaufsrang, der sich kurz hebt. All das ist mehr wert, wenn du es nicht permanent mit einer idealisierten Erfolgsversion vergleichst. Und wenn etwas wirklich nicht funktioniert? Dann ist ein radikaler Neuanfang kein Makel, sondern eine bewusste Entscheidung. Ob du ein Buch überarbeitest, ein neues Pseudonym wählst oder dich mit einem kompletten Rebranding neu erfindest – es ist kein Rückschritt, sondern ein neuer Schritt nach vorn.Erfolg ist nicht linear – und schon gar nicht endgültig. Du darfst loslassen. Und nochmal anfangen. So oft wie nötig. 7. Nicht alles, was du schreibst, muss veröffentlicht werdenManche Texte sind einfach für dich. Für deine Entwicklung, deine Verarbeitung, deine Neugier. Ich habe halbe Romane in der Schublade, die nie jemand lesen wird – und das ist gut so. Sie haben mich dahin gebracht, wo ich heute bin. Nicht jedes Projekt muss „raus“. Manche sind einfach Übung. Und genau das macht sie wertvoll. 8. Selfpublishing ist kein Plan B – sondern eine bewusste EntscheidungFrüher klang Selfpublishing für mich nach „nicht gut genug für einen Verlag“. Heute weiß ich: Es ist unternehmerisch, kreativ frei und verdammt viel Arbeit – aber auch eine der besten Entscheidungen, die ich treffen konnte. Vor allem, wenn man auf zwei Kontinenten lebt. Du entscheidest über Cover, Marketing, Veröffentlichungstermin – und ja, auch über die Verantwortung, dass alles wirklich gut ist. Das ist herausfordernd, aber auch unglaublich befriedigend. 9. Es wird nie „fertig“ seinMan lernt nie aus. Jeder Roman, jedes Projekt bringt neue Herausforderungen - aber je drahtseiliger deine Nerven werden, desto gelassener nimmst du all das hin. Denn Schreiben ist kein Ziel. Schreiben ist eine Beziehung – und wie jede gute Beziehung darf sie sich verändern, wachsen, manchmal auch nerven. Aber genau das macht sie lebendig 10. Du darfst dabei du selbst seinOb du im Pyjama schreibst oder in der Sonne auf der Terrasse, ob du deutsch träumst oder auf Englisch fluchst, ob du Fantasy, Romcom oder Gedichte liebst – du darfst deinen eigenen Weg gehen. Es gibt kein „richtig“ oder "falsch", nur das, was sich für dich echt anfühlt.Und je authentischer du bist, desto mehr wird das auch in deinen Texten spürbar. Fazit: Wenn ich meinem früheren Ich heute etwas mitgeben könnte, dann vielleicht das: Erwarte weniger – und bleib trotzdem mutig. Schraub die Erwartungen nicht zu hoch. Nicht an dich, nicht an dein erstes Buch, nicht an die Reaktionen da draußen. Denn je höher die Latte liegt, desto leichter fühlt sich ein Erfolg wie ein Misserfolg an – selbst wenn er das gar nicht ist. Schreiben ist keine Gerade, sondern ein Weg mit Kurven, Abzweigungen, Haltestellen – und manchmal auch mit Schleifen zurück. Und das ist völlig okay. Du darfst wachsen. Du darfst scheitern. Du darfst wieder anfangen. Was zählt, ist nicht, wie viele Bücher du verkauft hast oder wie oft dein Post geliked wurde. Sondern dass du dranbleibst. Dass du erzählst. Dass du dich selbst immer wieder daran erinnerst, warum du das hier tust: Weil du Geschichten liebst. Und weil du etwas zu sagen hast.
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Dies ist ausnahmsweise mal kein Beitrag übers Schreiben. Okay – fast. Denn während ich diesen Text tippe, sitze ich an mehreren Projekten gleichzeitig: Ich stecke gerade mitten in der Überarbeitung eines Young Adult Romantasy-Romans, dessen Rechte ich kürzlich zurückbekommen habe. Im Juli wird er neu erscheinen – gründlich überarbeitet, mit frischem Satz und einem Hammer-Cover, das ich euch ganz bald zeige (Instagram-Cover-Flashmob: Freitag!). Parallel dazu wächst im Hintergrund der Plot für den zweiten Teil meiner noch geheimen Fantasy-Trilogie, die ich Stück für Stück aufbaue. Aber heute geht’s nicht um Magie, Schlüssel oder Kapitel 27. Heute geht es um das, was diesen Teil des Jahres hier besonders macht. Um Zikaden, Tornadowarnungen, drei Monaten Sommerferien - und das Gefühl, dass der Frühling einfach übersprungen wird. Um Tage, die sich anfühlen, als würde die Luft kleben und um Nächte, in denen plötzlich Waschbären – oder Skunks - auf der Terrasse Partys feiern. Sommerstart, Pools und das große Draußen Seit ich 1999 nach Michigan gezogen bin, habe ich keinen kompletten Sommer mehr in Deutschland verbracht. Natürlich erinnere ich mich noch an die Freibäder, an Pommes rot-weiß und sonnenwarme Kopfsteinpflaster, aber mein Sommer – der, den ich heute lebe – spielt sich hier ab. In Michigan. Der Sommer in Michigan beginnt inoffiziell Ende May mit Memorial Day und endet genauso inoffiziell Anfang September mit Labor Day – oder, wenn man einen Hund hat, mit dem Tag, an dem man ihn abends lieber nicht mehr allein in den Garten lässt. Denn dann sind sie zurück: Skunks, Raccoons und Opossums. Charmant. Nachtaktiv. Und völlig desinteressiert an den Regeln eines (mehr oder weniger) gepflegten Vorstadtgartens – oder an einem Vierbeiner mit ausgeprägtem Jagdinstinkt und sehr selektivem Gehorsam. Gefühlt hat hier jede zweite Familie einen Pool – bei uns dauerbeansprucht von Sunny, der jedes Gewässer für sein persönliches Biotop hält. Und weil er ungern allein draußen planscht, folgen wir ihm meistens freiwillig. Und so verlagert sich - zumindest bei uns Grecos - das Leben im Sommer, wann immer es geht, komplett nach draußen: auf die Terrasse, in Parks, an die Seen. In den State Parks gibt es hier übrigens überall praktische Picknicktische, Grills, kleine Strände, Bootsverleihe. Überhaupt scheint Picknicken hier fest in der DNA eines Michiganders verankert zu sein - mit Kühlbox, Burgern, Hot Dogs, Chips in Familiengröße und mindestens einer selbstgemachten Limonade im Gepäck. Mücken, Seen und andere Sommerwahrheiten Manchmal erinnere ich mich noch an deutsche Freibäder – Chlor, Badekappenpflicht, Schwimmabzeichen zum Aufnähen, und die nassen Umkleiden, in denen nie genug Haken für Handtücher waren. Hier gibt es stattdessen: Natur. Seen. Und Mücken. Das Erste, was man im Michigan-Sommer lernt? Mücken sind keine Kleinigkeit. Und sie kommen immer im Rudel. Sie lieben die schwüle Hitze genauso wie offene Fenster, nackte Knöchel und Menschen, die sich zu früh über einen gemütlichen Sommerabend freuen. Und sie übertragen fiese Krankheiten – zumindest an die vierbeinigen Familienmitglieder. Fragt mal Sunny. Herzwurm ist real. Und trotzdem sind die Sommer an den Seen wunderschön. Wenn dann abends das Summen der Zikaden einsetzt – wie das leise Vibrieren eines Strommasts irgendwo in der Ferne – weiß ich, dass ich genau hier bin, wo ich gerade sein soll: im Sommer in Michigan. Wenn der Sommer nach Rauch und Schokolade riecht Und wo wir gerade bei gemütlichen Sommerabenden sind: Ein Sommerabend in Michigan riecht nicht nach Würstchen und Kräuterbutter, sondern nach Lagerfeuer, Maiskolben, Burgern – und S’mores. Diese klebrig-süße Kombination aus Marshmallows, Schokolade und Graham Crackers wird traditionell am Lagerfeuer zubereitet und sieht am Ende meistens genauso aus, wie man es sich vorstellt – eine Sauerei mit Ansage. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich mich mit diesem „Dessert“ angefreundet habe – und heute gibt’s bei uns manchmal sogar Indoor-S’mores. Frisch aus der Mikrowelle, wenn die Mücken draußen mal wieder zu aufdringlich sind. Und trotzdem: Ich vermisse Johannisbeeren. Stachelbeeren. Kaltschale. Und von einem richtig kalten deutschen Bier will ich gar nicht erst anfangen. Himmelblau & Gartenglück Das Erste, was mir hier damals im Sommer aufgefallen ist, war der Himmel. Dieses intensive, klare Dunkelblau, das man in Deutschland so nicht kennt. Im Sommer wirkt er noch größer. Noch lauter. Noch mehr. Und ich glaube, genau das ist es, was ich heute am stärksten mit dem Sommer in Michigan verbinde: Freiheit. Auch wenn die Sommer hier heißer und schwüler sind, die Luftfeuchtigkeit gnadenlos ist und der Frühling oft einfach ausfällt – ich möchte trotzdem nirgendwo anders sein. Nicht im Sommer. Über den Winter schreibe ich dann ein andermal. Und mein Garten macht ohnehin alles wett – sogar die endlosen, bitterkalten Monate. Ich liebe meinen kleinen Gemüse- und Kräutergarten: voller Tomaten, Zucchini, Mangold und unzähliger Kräuter. Und wenn ich morgens feststelle, dass aus der kleinen Zucchini über Nacht ein Baseballschläger geworden ist, gibt es „Zucchini Bread“ – morgens, mittags, abends. Wobei: In Deutschland würde man es wohl eher als Rührkuchen bezeichnen. (Mein halbwegs gesundes Lieblingsrezept folgt weiter unten.) Wenn der Himmel grün wird Was man in Michigan im Sommer auch kennenlernt: Unwetter. Keine dramatischen Hollywood-Stürme – aber reale, bedrohliche Naturgewalt. Ich erinnere mich noch gut an meine erste Tornadowarnung. Wir sind mit Taschenlampe und Decken in den Keller gegangen, die Luft grünlich, der Himmel unheimlich still. Ich hatte wirklich Angst. Heute ist das fast Routine. Sobald das Handy losheult, läuft alles automatisch ab: Fenster zu, Handy laden, Sunny an die Leine, ab nach unten. Meist passiert nichts. Manchmal kracht es ordentlich. Und oft endet das Ganze mit umgekippten Gartenstühlen und einem halb gefluteten Rasen. Sidenote: Bei einem Schulausflug mit meiner Jüngsten vor ein paar Jahren hat uns ein Tornado mitten auf dem Land überrascht. Wir landeten mit einer Gruppe leicht nervöser Erstklässler im Keller eines ausgesprochen gelassenen Farmers, der die Situation deutlich entspannter nahm als wir. Aber ja – wir haben die Funnelcloud tatsächlich gesehen. Nicht weit entfernt, deutlich erkennbar: ein schmaler, rotierender Trichter am Himmel – faszinierend und leicht beunruhigend. Seitdem weiß ich: Wenn das Handy piept und der Himmel grünlich wird, ist es definitiv Zeit, in den Keller zu gehen – und nicht erst, wenn der Trichter schon winkt. Garage Sales & Lemonade Stands – amerikanischer geht’s kaumIrgendwann zwischen Juni und August tauchen sie überall auf: handgemalte Schilder an Straßenecken, Pfeile auf Pappe, und dann – ein Vorgarten voller Möbel, Bücher, Deko, Geschirr und Klamotten. Man schlendert, stöbert, feilscht ein bisschen – und findet am Ende etwas, das man nie gesucht hat – aber jetzt behalten will. Und dann natürlich: die Lemonade Stands. Ich erinnere mich noch genau, wie meine Töchter zum ersten Mal einen veranstaltet haben. Mit aufgeregtem Kichern, handgemalten Schildern, Eiswürfeln in Plastikbechern und unbändigem Stolz, wenn jemand wirklich anhielt. Auch diese kleinen Dinge gehören hier zum Sommer. Und sie machen ihn besonders. Drei Monate Ferien, zehn Tage Urlaub Ja, die Sommerferien … Fast drei Monate lang. Von Anfang Juni bis Labor Day. Die Kinder haben frei – die Eltern eher nicht. Was für ein Kulturschock, als Carlo damals genau zehn Urlaubstage im Jahr hatte. Zehn! Keine Betriebsferien, keine Brückentage, keine sechs Wochen Sommerpause. Heute sind es zum Glück mehr – Gott sei Dank. Trotzdem haben wir es bis heute nie geschafft, mal länger als zwei Wochen am Stück wegzufahren. Irgendwas ist immer - und ganz ehrlich? Manchmal will man das auch gar nicht. Lieber im Garten bleiben. Mit Sunny im Pool planschen. Die Füße ins Wasser hängen und so tun, als gäbe es keinen Kalender. Nur Sonne. Mücken. Und Zeit. Was mir manchmal fehlt: ein Eiscafé mit Sonnenschirm So sehr ich den Sommer hier liebe – es gibt da diese Kleinigkeit, die ich vermisse. Dieses ganz normale „Mal eben in die Stadt und ein Eis holen“-Gefühl. In Deutschland bedeutete das: Schuhe an, ab in die Innenstadt, Spaghettieis oder Stracciatella, ganz egal – Hauptsache draußen, Kopfsteinpflaster unter den Füßen, vielleicht noch ein kurzer Plausch mit jemandem, den man zufällig trifft. Hier, wo ich lebe, gibt es keine klassische Innenstadt. Kein Zentrum zum Durchbummeln. Kein Eiscafé mit buntem Sonnenschirm. Eis gibt’s im Drive-through oder in der Tiefkühltruhe. Im Becher. To go. Es ist nichts Weltbewegendes. Aber manchmal fehlt’s eben doch – genau wie Freibadpommes. Und Spontaneität ohne Parkplatzsuche. Zwischen Alltag und Dankbarkeit – mein Michigan-Sommer Manchmal ist der Sommer hier laut, grell und überwältigend. Manchmal tut er so, als wäre er gar nicht da. Nur Hitze. Und dieser seltsame, flirrende Stillstand vor dem nächsten Unwetter. Und manchmal, ganz manchmal, vergesse ich, dass er nicht selbstverständlich ist. Ich ernte Zucchini. Ich schreibe auf der Terrasse, bis mein Laptop überhitzt. Ich schwimme mit Sunny im Pool, wenn es zu heiß wird. Ich warte auf das nächste Gewitter – und lächle, wenn die Zikaden den Takt vorgeben. Der Sommer hier ist nicht besser als damals in Deutschland. Nicht schlechter. Er ist einfach: meiner. Er gehört zu einem Leben, das irgendwo zwischen Alltag und Abenteuer tanzt. Zwischen Routinen, die sich eingeschliffen haben – und Momenten, die sich wie Neuanfänge anfühlen. Und vor allem gehört er zu diesem Gefühl, das ich immer wieder in mir trage, wenn ich barfuß durchs Gras gehe und der Wind mir durchs Haar fährt: Freiheit. Das erste Kapitel aus „Willow – Und in mir dein Licht“ – dem Young Adult Fantasybuch, das ich gerade überarbeite – beginnt übrigens mit diesen Zeilen: „Freiheit! In diesem Moment schmeckte sie süßer als Moms Brownies, duftete intensiver als das sündhaft teure Parfum, das Jonah mir letztes Jahr zum Geburtstag geschenkt hatte. Sie klang besser als jede Zeile aus einem Nirvana-Song – und fühlte sich an wie der Sommerwind, der mir gerade durchs Haar fuhr: wild, lebendig, voller neuer Möglichkeiten.“ Mehr zum Buch – und zum neuen Cover – gibt’s ganz bald auf meinem Instagram-Kanal. Bis dahin: Sommerwind atmen. Zucchini ernten. Weiterschreiben. Mein Lieblingsrezept: Zucchinibrot für heiße Tage (Oder: ein richtig saftiger Rührkuchen) Zutaten:
Als Kathleen Kelly in You've Got Mail (E-Mail für Dich) zum ersten Mal erfährt, dass in der Nähe ihres liebevoll geführten Kinderbuchladens eine riesige Filiale von Fox Books entstehen soll, ahnt sie, was auf sie zukommt. Ihr kleiner Shop Around the Corner lebt von Gesprächen, Empfehlungen, Nähe – Fox Books dagegen von Rabatten, Größe und Effizienz. Was 1998 als romantische Filmkomödie mit Meg Ryan und Tom Hanks begann, ist heute Realität geworden: Der Strukturwandel im Buchhandel ist längst kein Filmplot mehr – er schreibt schon lange seine ganz eigene Geschichte. Der deutsche Buchhandel: Rückzug der Kleinen, Wachstum der Großen Kirsten in Deutschland 2025, Buchmesse Leipzig Wenn ich in Deutschland bin – und das versuche ich so regelmäßig wie möglich – zieht es mich natürlich immer auch in Buchhandlungen. Und doch habe ich zunehmend das Gefühl, dass es diese kleinen, individuellen Läden, in denen man stöbern, sich beraten lassen und einfach ein bisschen versinken konnte, immer seltener gibt. Laut einem Bericht des Börsenblatts vom 23. Februar 2024 gibt es im deutschen Buchhandel jährlich 100 Schließungen, aber nur 40 Neugründungen. Das betrifft vor allem inhabergeführte Läden – oft, weil sich die Inhaber aus Altersgründen zurückziehen und es keine Nachfolge gibt. In den Innenstädten schrumpft dadurch gefühlt nicht nur die Vielfalt, sondern auch ein Stück literarischer Kultur. Gleichzeitig gibt es auch positive Entwicklungen: Große Ketten wie Thalia, Hugendubel oder Osiander wachsen weiter – durch neue Filialen, Übernahmen und ein starkes Onlinegeschäft. Laut Börsenblatt vom 15. Oktober 2024 erzielte Thalia im Geschäftsjahr 2023/24 einen Rekordumsatz von rund 1,9 Mrd € (plus 8 % gegenüber 2022). Das freut das Autorinnenherz natürlich sehr – denn es zeigt: Bücher sind weiterhin gefragt, werden gekauft, verschenkt, gelesen. Auch Hugendubel meldet neue Filialen in mehreren Städten und eine wachsende digitale Reichweite. Klar, es schmerzt, wenn vertraute Lieblingsläden verschwinden – aber vielleicht entstehen gerade deshalb neue Orte und Konzepte, die Bücher wieder neu erlebbar machen. Petra Bunte, Buchhändlerin bei Thalia in Hameln, erzählt mir dazu: "Immer mehr Buchhändler*innen finden keine Nachfolge und verkaufen deshalb an die große Kette. Nach dem aggressiven Verdrängungswettbewerb der ersten Jahre, haben die Großen und die Kleinen jetzt mit dem Internet einen gemeinsamen Konkurrenten. Und nach meinem Empfinden ist es für viele eine Art rettender Strohhalm geworden, sein Geschäft lieber an die Großen zu verkaufen, als es ganz schließen zu müssen." Neuer Glanz für alte Regale – das US-Revival der Buchläden Literati Bookstore, Ann Arbor, MI Nicht nur die großen stationären Buchhandlungen erleben hier eine Art Renaissance. Barnes & Noble, lange das Sinnbild der kommerziellen Großkette, hat sich unter neuer Führung neu erfunden. 2025 sollen mehr neue Filialen eröffnet werden als je zuvor in einem Jahr – viele davon mit überarbeitetem Konzept, gemütlicherer Gestaltung und bewusst kuratierter Auswahl. Parallel dazu entstehen in Amerika neuerdings immer mehr unabhängige Buchläden mit ganz eigener Handschrift. Axios berichtete im April, dass in den letzten fünf Jahren über 1.200 neue Stores gegründet wurden. Viele verstehen sich als Third Places – Orte zwischen Arbeit und Zuhause, mit Café, Lesesofa, Veranstaltungen und klarer Haltung. Sie schaffen Räume für queere, bipoc- oder neurodivergente Communities und setzen auf Austausch statt bloßen Konsum. Besonders deutlich wird das beim Thema "banned books". In vielen Bundesstaaten der USA werden Werke verboten, die Diversität, queere Identität oder kritische Perspektiven behandeln. Umso wichtiger ist die Rolle unabhängiger Buchläden, die genau diese Titel sichtbar und mutig ins Regal stellen – als Zeichen dafür, dass Literatur ein Spiegel und kein Filter sein sollte. BookTok und die neue Leselust Nicht allein, aber ganz sicher mitverantwortlich für den Aufschwung im Buchhandel: TikTok – oder besser gesagt #BookTok. Lesebegeisterung wird hier viral entfacht, durch Clips, Buchemotionen und visuelle Ästhetik. Titel, die online durchstarten, landen auf prominent platzierten Sondertischen. Auch in Deutschland ist diese Entwicklung spürbar. Petra Bunte sagt dazu: "Meine subjektive Wahrnehmung ist, dass der stationäre Buchhandel wieder im Kommen ist, besonders bei den jungen Leuten. (…) Es ist einfach großartig, wie viele junge Leute in letzter Zeit das Lesen wieder für sich entdeckt haben und stapelweise Bücher bei uns kaufen. Das lässt natürlich hoffen, dass sie nicht nur heute bei dem New Adult Trend mitmachen, sondern auch noch die Buchkäufer*innen von morgen sind. (…) BookTok und New Adult haben Bücher, das Lesen und eine Shoppingtour durch die Buchläden wieder „in“ werden lassen. Und ich glaube schon, dass die großen Ketten dabei im Vorteil sind, weil sie nicht nur eine größere Auswahl bieten, sondern oft auch exklusive Farbschnitte oder Goodies, teilweise auch Events." Online klicken, lokal unterstützen Sowohl in den USA als auch in Deutschland gibt es übrigens richtig gute Ideen, um unabhängige Buchhandlungen auch online sichtbar zu machen. In den USA ist das vor allem bookshop.org – eine Plattform, über die man Bücher bestellen und dabei gezielt eine Indie-Buchhandlung seiner Wahl unterstützen kann, ganz ohne dass der Laden selbst einen eigenen Shop betreiben muss. Das Ganze funktioniert erstaunlich gut und hat sich für viele kleine Läden als echte Stütze erwiesen. (Danke für den Tipp, Lynn!) Das deutsche Pendant dazu heißt genialokal.de – hier können Leser*innen bequem online stöbern und gleichzeitig ihren Lieblingsbuchladen vor Ort stärken. Ein Klick – und die nächste Buchhandlung profitiert direkt. Ich mag solche Ideen, bei denen digitaler Komfort und lokale Unterstützung Hand in Hand gehen. Omnichannel: Wenn online und offline verschmelzen Und schon sind wir beim Thema „Omnichannel“: online bestellen, in der Filiale abholen, digital zurückgeben oder E-Books über die hauseigene Plattform nutzen. Barnes & Noble verfolgt diese Strategie seit Jahren. Die offizielle App verbindet Online- und Filialkauf nahtlos – mit Wunschlisten, Mitgliedskarte und Click & Collect. Damit verschmilzt das Einkaufserlebnis zunehmend zwischen Bildschirm und Bücherregal. Aber auch deutsche Buchhandlungen sind längst omnichannel-orientiert. Petra Bunte sagt dazu: "Thalia ist zum Glück ein Unternehmen, das auf jede dieser Veränderungen reagiert und sie mitgeht. Als sogenanntes Omnichannel-Unternehmen ist bei uns online quasi alles möglich: Online bestellen – Versand nach Hause, Online bestellen – Abholung in der Buchhandlung, in der Buchhandlung bestellen – kostenloser Versand nach Hause. Auch Rückgaben sind entsprechend über alle Kanäle möglich. Bei E-Books und E-Book-Readern waren und sind wir auch immer vorne mit dabei. E-Books können z. B. auch sofort bei uns in der Buchhandlung als Download-Code gekauft werden." Wandel im Kundenverhalten Und damit ändert sich selbstverständlich das Kundenverhalten. Auch Petra spürt das täglich: "Wir vor Ort bemerken als Veränderung am stärksten, dass unsere Kund*innen viel informierter und besser vorbereitet sind als früher. Sie wollen nicht mehr so viel beraten werden, sondern wissen genau, was sie wollen, weil sie es z. B. als Tipp im Internet gesehen haben. Und oft haben sie auch schon online abgefragt, ob wir in der Filiale Hameln aktuell Bestand haben, sodass sie nur noch kommen, zuschnappen und kaufen, oder sich höchstens beim Suchen helfen lassen." Die Leute wissen, was sie wollen – und kommen trotzdem vorbei. Vielleicht ist das die neue Stärke des stationären Handels. In Deutschland wie in Amerika. Und was würde Kathleen Kelly heute tun? Vielleicht hätte die Kathleen von 1998 heute einen kleinen, unabhängigen Buchladen mit gutem WLAN, eigenem TikTok-Account und Lesecafé eröffnet. Vielleicht würde sie Signierstunden mit queeren Debütautor*innnen veranstalten, „Banned Books“-Regale kuratieren und Kund*innen mit Farbschnitt-Tipps und Kaffee versorgen. Sicher ist: Sie würde sich nicht unterkriegen lassen – nicht von Fox Books, nicht vom Algorithmus, und schon gar nicht vom Gedanken, dass Lesen aus der Mode kommt. Denn das tut es nicht. Es verändert nur seine Form. Und wie Bücher selbst, braucht auch der Buchhandel manchmal ein neues Kapitel, um seine Geschichte weiterzuerzählen. Ein herzliches Dankeschön an Petra Bunte für ihre offenen Einblicke und Gedanken – und für ihre Doppelrolle als Buchhändlerin mit Herz und Autorin mit Stimme. Wer wissen möchte, wie sich Buchliebe in Romanform anfühlt, sollte unbedingt mal in ihre Geschichten reinschauen.
In meinem Blog geht es ja nicht nur um den amerikanischen Alltag, sondern auch ums Schreiben – mit Tipps, persönlichen Erfahrungen und einem Blick hinter die Kulissen meines Autorinnenlebens. Der erste Beitrag in diese Richtung widmet sich einer Frage, die mich bei größeren Projekten immer wieder beschäftigt: Wie bleibt man bei all den Ideen, Plotlinien, Zeitsprüngen und Charakteren halbwegs organisiert – ohne den Kopf zu verlieren? Ich stecke gerade mitten in einer neuen Urban-Fantasy-Trilogie. Band eins ist geschrieben, momentan arbeite ich am Feinschliff – auch wenn es mich längst in Teil zwei zieht. Aber Disziplin muss sein. Schließlich baut das eine auf dem anderen auf, und irgendjemand muss hier ja den Überblick behalten … im Idealfall ich. Oft schreibe ich dabei mit Blick auf den großen Ahornbaum vor dem Fenster, eine Tasse amerikanischen Kaffee neben mir – und ein Kopf voller deutscher Notizen, To-dos und spontaner Geistesblitze, die grundsätzlich dann auftauchen, wenn ich sie gerade gar nicht gebrauchen kann. Kein Wunder also, dass es manchmal schwierig wird, den Überblick zu behalten. Hier ein paar Strategien, die mir helfen, wenn mein Gehirn mal wieder versucht, zehn Handlungsstränge gleichzeitig zu jonglieren. Alles an einem Ort – sonst geht’s verloren Ich arbeite mit einer Mischung aus meinem digitalen Schreib-Setup in Papyrus Autor und einem klassischen Notizbuch – für alles, was mir zwischendurch in den Kopf schießt. Und das passiert öfter, als mir lieb ist. Ihr wisst ja, ich bin die Person, die sich nachts selbst Nachrichten schickt, wenn mir im Halbschlaf ein Dialogfetzen kommt, der zu gut ist, um ihn der Dunkelheit zu überlassen. Wichtig ist für mich: Alles braucht einen festen Platz. Ob Worldbuilding-Schnipsel, lose Szenenideen oder Figurenhintergründe – Hauptsache, sie verschwinden nicht irgendwo zwischen Einkaufszetteln und Handyfotos. Übersicht ist gut – Flexibilität ist besserIch mag Struktur. Kapitelübersichten, Figurenbögen, Spannungsverläufe – das alles hilft, um nicht mittendrin den Faden zu verlieren. Aber ich halte das Ganze bewusst locker gestrickt, damit ich jederzeit umschmeißen kann, wenn sich die Geschichte plötzlich selbstständig macht. Im ersten Teil hat sich zum Beispiel ein Nebencharakter so charmant in den Vordergrund gespielt, dass er eine viel größere Rolle bekommen hat als ursprünglich geplant – inklusive eigener Plotline, die jetzt komplett anders verläuft. Und genau deshalb: Pläne sind gut. Aber sie dürfen atmen. Trilogie? Vorausdenken statt hinterherräumen Neben dem eigentlichen Manuskript führe ich ein separates Dokument mit einem groben Zeitstrahl und einem Spannungsbogen über alle drei Bände. Da steht drin, wann welche Figur was weiß, wann Wendungen kommen, wann Hinweise gestreut werden. Das klingt aufwendig – aber es spart mir im Nachhinein Stunden an Sucherei und Kopfzerbrechen. Gerade bei einer Trilogie muss man mitdenken, was später kommt. Denn nichts ist ärgerlicher, als auf Seite 400 von Band zwei festzustellen, dass der große Aha-Moment schon irgendwo in Band eins auf Seite 80 leise verpufft ist. Listen, Listen, ListenIch bin Team Liste. Immer schon gewesen. Ich habe:
Ideenparkplatz für alles, was zu früh kommt Manchmal poppt beim Schreiben plötzlich eine Szene für Band zwei oder drei auf – obwohl ich noch mitten im ersten bin. Statt mich davon ablenken zu lassen, landet sie auf meinem Ideenparkplatz. Da darf sie wachsen, bis sie dran ist. Manche dieser Ideen entstehen übrigens nicht am Schreibtisch, sondern beim Kaffeetrinken auf der Terrasse mit Blick ins Grüne, auf einer Landstraße irgendwo im Nirgendwo, oder auf dem Highway nach Detroit. Michigan ist ziemlich gut darin, den Kopf auf Wanderschaft zu schicken. Oft reicht schon ein nebliger Morgen oder dieser ganz bestimmte Oktobersonnenstrahl und plötzlich ist die nächste Szene da, als hätte sie nur darauf gewartet.. Dann hilft nur eins: SMS an mich. Und hinterher auf den digitalen Ideenparkplatz. Abstand schafft Klarheit (und manchmal sogar neue Ideen) Wenn mir alles zu viel wird – Figuren, Zeitlinien, Logik – hilft oft nur eins: Abstand. Mal ist es ein Tag ohne Manuskript, mal ein Blogbeitrag (ja, dieser hier zählt auch), oder einfach die tägliche Hunderunde, die längst fester Bestandteil meines Schreiballtags geworden ist. Bewegung hilft. Frische Luft auch. Und manchmal bringt genau das die besten Ideen zurück – ohne dass man danach gesucht hat. Und manchmal, wenn es passt, besuche ich sogar einen realen Ort, der in der Geschichte vorkommt – oder zumindest in der Stimmung ganz nah dran ist. Die Fotos unten zeigen übrigens einen Ort aus der Trilogie, die ich gerade schreibe. Erkennt ihn jemand? Ich bin gespannt, wer’s errät. Fazit Große Schreibprojekte brauchen mehr als nur Ausdauer – sie brauchen Struktur. Aber keine Sorge: Das heißt nicht, dass alles strikt durchgeplant sein muss. Mit ein paar verlässlichen Tools, einem flexiblen Plan und einem Ideenparkplatz (egal ob digital oder im Notizbuch) lässt sich selbst das kreativste Chaos sortieren – und der Kopf wird wieder frei für das, worum es eigentlich geht: die Geschichte.
Denn am Ende geht’s nicht nur darum, dranzubleiben oder alles im Griff zu haben. Sondern darum, für die Geschichte zu brennen. Sie zu fühlen, sie weiterzuerzählen und vor allem: Freude daran zu haben. Auch (oder gerade) dann, wenn sie sich mal wieder nicht an den Plan hält. Ich bin Morgenmensch. Richtig hardcore. Noch bevor Carlos Wecker um 5:30 Uhr losgeht, bin ich meistens schon wach – geweckt von einer Vogelversammlung direkt vorm Fenster. Und das liegt nicht nur am Gezwitscher, sondern auch daran, dass wir beim Schlafen ziemlich deutsch geblieben sind: Fenster offen, immer. Auch im Hochsommer. Während drumherum die ganze Nachbarschaft die Klimaanlage durchrattern lässt, lassen wir frische Luft und Grillenzirpen rein. Funktioniert überraschend gut. Meistens. Doch bevor ich überhaupt aus dem Bett klettere, greife ich zum Handy. Nicht, um zu scrollen – sondern um zu prüfen, ob mein Nacht-Ich mir eine SMS geschrieben hat. Kommt öfter vor, als mir lieb ist: Irgendetwas reißt mich aus dem Schlaf, ich tippe halb wach drauflos – und hoffe am nächsten Morgen auf die Eingebung. Manchmal ist es tatsächlich brauchbar und manchmal steht da nur so etwas wie: „?? Schlüssel Licht Flügel??“. Aber hey – lieber kryptisch notiert als genial vergessen. Latte, Laune, Lebensstil Als erstes … Kaffee! Kein To-go, kein Drip-Brew – sondern Latte aus dem Espressokocher, ganz klassisch. Ohne den läuft hier nämlich nichts – weder die Laune noch der Laptop. Dazu? Ganz sicher kein PB&J Sandwich – das steht für Peanut Butter & Jelly, also Erdnussbutter mit Marmelade, ein echter Klassiker des amerikanischen Lebensstils – den ich konsequent ignoriere. Ich mag Peanut Butter wirklich gern. Nur nicht kurz nach dem Aufstehen. Bei uns gibt’s stattdessen selbst gebackenes Sauerteigbrot, Käse, Ei, frische Tomaten (im Sommer direkt aus dem Garten) – oder Bircher Müsli. Definitiv nicht das, was man hier „breakfast“ nennt – aber deutlich näher an meinem Geschmack. Erst mal Haushalt und Hund statt Heldenreise Dann ist Sunny dran – unser Goldendoodle, Sockenliebhaber, Epilepsie-Patient und treuester Schatten. Er bekommt seine Medikamente, Frühstück und eine kleine Extraportion Streicheleinheiten. Und nachdem Carlo sich ins Büro verabschiedet hat, beginnt für mich der erste echte Tagesabschnitt: Küche, Wäsche, aufräumen, all das. Währenddessen: Manuskriptgedanken. Immer. Die schleichen sich zuverlässig zwischen Waschmaschine und Geschirrspüler rein. Hörbuch im Ohr, Hund an der Leine Als Nächstes geht’s nach draußen – Hunderunde. Einmal tief durchatmen, Kopf freipusten und schauen, ob Sunny heute eher auf Abenteuer oder Abkürzung steht. Meistens hab ich dabei ein Hörbuch im Ohr – aktuell „Tale of the Heart Queen“, Band vier der „Artefakte von Ouranos“ von Nisha J. Tuli. Ich liebe diese Reihe – episch, düster, ein bisschen romantisch und perfekt für Tage, an denen mein Kopf eh schon halb in anderen Welten wohnt. Und wenn ich mal nicht in Fantasyreiche abtauche, telefoniere ich mit Deutschland: Familie, Freundinnen, Schreibmenschen. Dank Zeitverschiebung klappt das vormittags ziemlich gut. Und irgendwo zwischen schnüffelndem Hund, raschelndem Laub und ein paar sehr motivierten Eichhörnchen stolpern mir dann oft die besten Szenen vor die Füße. Manuskriptmodus: an Wieder zu Hause starte ich in die erste Schreibrunde. Zwei Mal die Woche nicht allein, sondern per Facetime mit einer amerikanischen Freundin, die ich schon seit meinen ersten Tagen in Michigan kenne. Wir hatten uns eine Weile aus den Augen verloren – wie das manchmal so läuft, wenn das Leben dazwischenkommt. Aber übers Schreiben haben wir uns wiedergefunden und heute sind unsere Schreibdates fester Bestandteil der Woche: 90 Minuten konzentriertes Tippen, jede für sich – und trotzdem irgendwie zusammen. Keine Ablenkung, keine Ausreden. Und auch wenn uns inzwischen ein paar Staaten trennen: Dieses Accountability-Ding funktioniert. Weil da jemand ist, der weiß, wie es sich anfühlt, wenn man an einer Szene hängt – und sich heimlich lieber dem Kühlschrank zuwenden würde. Feinschliff mit kritischer BegleitungUnd ja – ich arbeite gerade an einer neuen Urban Fantasy Trilogie und bin inzwischen bei dem Teil angekommen, der gleichzeitig befriedigend und gnadenlos sein kann: die vorletzte Phase der Überarbeitung! Die Geschichte steht, der Bogen ist gespannt – jetzt wird gestrichen, verdichtet, geschliffen, korrigiert und alles, was nicht mehr trägt, fliegt raus. Und dabei verlasse ich mich nicht nur auf mein Gefühl, sondern auch auf mein großartiges Testleserinnen-Team. Denn irgendwann wird man betriebsblind. Man liest, was man glaubt, geschrieben zu haben. Man füllt Lücken mit Vorwissen, merkt nicht mehr, wenn ein Satz im Kopf klar, aber auf dem Papier wirr ist. Deshalb ist dieses Team so wichtig – und ich bin wahnsinnig dankbar für jede einzelne Rückmeldung. Weil sie ehrlich sind. Weil sie auch sagen, wenn etwas nicht funktioniert.Und weil sie genau das tun, was ein gutes Team tun sollte: mitdenken, mitfühlen, mittragen – aber nicht alles abnicken. Ohne sie wäre das Buch nicht dasselbe. Ob dieses Projekt wieder ins Selfpublishing geht oder ob ich den Weg über eine Agentur versuche, steht noch nicht fest. Das wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. Aber eins steht fest: Es wird anders. Und ich freu mich darauf, euch bald mehr zu erzählen. Zwischen Social Media und Gemüsebeet Nach der ersten Runde ist erstmal Pause – zumindest theoretisch. Manchmal lande ich im Garten, manchmal beim Austausch mit Kolleginnen, manchmal beim Pflegen des DELIA-Instagramkontos, das ich mitbetreue. Oft sitze ich aber auch einfach am Küchentisch und überarbeite Blogtexte, plane Social Media Beiträge oder streiche mit einem sehr entschlossenen Blick Dinge von meiner To-do-Liste. Und dann, irgendwann, ruft die zweite Runde – ohne festen Startpunkt, aber mit klarer Mission: Zurück ins Manuskript. Zurück in die Geschichte. Sternenhimmel, Stille, Schluss für heute Abends ist Schluss mit Manuskript. Spätestens um 18 Uhr klappe ich den Laptop zu – manchmal auch mit sanfter Gewalt. Carlo kocht (was für uns alle besser ist), und danach ist Feierabend. Ein Bier auf der Terrasse – nicht immer deutsch, aber immer verdient – und ein bisschen Zeit nur für uns und ich gebe mein Bestes, den Plot für ein paar Stunden auszublenden. Spoiler: gelingt nicht immer. Wochenende: einkaufen, durchatmen, leben Und am Wochenende? Schreibfrei. Meistens. Dann stehen die Dinge auf dem Plan, die unter der Woche gern durchrutschen: Der große Wocheneinkauf zum Beispiel – und hier in Michigan ist das ein echter Luxus, denn ich kann zu jeder Tages- und Nachtzeit einkaufen gehen, auch am Wochenende. Oft schaue ich auch beim Farmers Market um die Ecke vorbei wo ich nicht selten mehr frisches Gemüse kaufe, als mein Kühlschrank bewältigen kann. Aber Wochenende heißt vor allem: Carlo-Zeit. Ohne WLAN, aber mit dem, der bleibt, wenn der Bildschirm längst dunkel ist. Denn die schönsten Kapitel schreibt immer noch das Leben – ganz ohne Abgabetermin.
Seit 1999 lebe ich in Michigan, mitten im mittleren Westen der USA – dort, wo die Winter lang, die Seen groß und die Eichhörnchen frech sind. Mein erstes Buch erschien 2014, also viele Jahre nachdem ich Deutschland verlassen und in den USA angekommen war. Geschrieben habe ich aber immer auf Deutsch – für den deutschen Buchmarkt. Oft werde ich gefragt, warum ich nicht auf Englisch schreibe. Die Antwort ist einfach: Deutsch ist meine Muttersprache. Natürlich spreche ich fließend Englisch – nach all den Jahren sogar im Alltag deutlich häufiger als Deutsch. Aber wenn es ums Schreiben geht, um feine Zwischentöne, Rhythmus, Ironie oder Melancholie, dann vertraue ich meinem Sprachgefühl nur dort, wo ich sprachlich zu Hause bin. Manche Nuancen, finde ich, lassen sich nur wirklich genau treffen, wenn man mit einer Sprache aufgewachsen ist. Und auch wenn das Schreiben auf Deutsch von hier aus für mich inzwischen ganz selbstverständlich ist, merke ich immer wieder: Ganz ohne Spagat funktioniert es nicht. Verbunden, aber nicht vor Ort Manchmal fühlt es sich an, als würde ich in einem anderen Raum sitzen als alle anderen – die Verbindung steht, aber man hört die Gespräche nur durch die Wand. Ich erlebe keine Buchhandlungen vor Ort, keine Messen in Frankfurt oder in Leipzig (dieses Jahr war tatsächlich mein erstes Mal), keine spontanen Gespräche mit anderen Autor*innen auf Lesereisen. Dafür habe ich einen kleinen, aber feinen digitalen Draht zu meiner Community. Social Media ist mein Austauschplatz, mein Schaufenster – und manchmal auch mein Kaffeeklatsch-Ersatz. Ohne Insta, Zoom & Co wäre ich vermutlich nie über mein Debüt hinausgekommen. Und doch begegnet mir immer wieder die Vorstellung, dass man als Autorin im Ausland automatisch eine Art Bonus mitbringt – als würde allein die räumliche Distanz schon Interesse bei Verlagen wecken. Die Realität? Leider genau umgekehrt. Die Entfernung macht es deutlich schwerer, überhaupt ins Gespräch zu kommen. Man ist nicht präsent, nicht greifbar – und damit oft auch nicht auf dem Radar. Netzwerktreffen, persönliche Empfehlungen, zufällige Gespräche auf Branchenevents? All das findet ohne einen statt. Und genau dort öffnen sich oft die entscheidenden Türen. Aber vielleicht ist genau das auch ein Vorteil: Mit etwas Abstand sieht man manches klarer. Von hier aus lassen sich die Unterschiede zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Buchmarkt ziemlich deutlich erkennen – wie ein Bild, das erst aus ein paar Schritten Entfernung wirklich scharf wird. Zwei Märkte – zwei Maßstäbe: Deutschland vs. USA Zwei Märkte, zwei Welten: Der deutsche und der amerikanische Buchmarkt unterscheiden sich nicht nur in der Sprache – auch die Erwartungen an Autor*innen unterscheiden sich deutlich. In den USA steht vor allem das Buch im Fokus: Geschichte, Genre, Marktpotenzial. Natürlich spielt auch hier Social Media – und die Anzahl der Follower – eine Rolle. Aber sie ist längst nicht alles. Wenn ein Roman ein starkes Konzept hat, klar positioniert ist und handwerklich überzeugt, kann er auch ohne riesige Onlinepräsenz bestehen. Die Frage lautet hier weniger: „Wer bist du?“, sondern eher: „Was genau bietest du an?“ Im deutschen Buchmarkt dagegen scheint die Person hinter dem Buch zunehmend wichtiger zu werden – besonders im Romance-, Romantasy- und New-Adult-Bereich. Je jünger, attraktiver und aktiver auf Social Media, desto größer die Chance auf einen Verlagsvertrag. Natürlich gibt es Ausnahmen – aber sie werden seltener. Reichweite schlägt oft Qualität. Inhalte sind wichtig, ja – aber nur, wenn sie auch in ein vermarktbares Gesamtbild verpackt sind. Die Marke Mensch zählt mindestens so viel wie das Manuskript. Der anhaltende Hype um Farbschnitte, Buchboxen und exklusive Sonderausgaben hat diesen Trend verstärkt. Bücher sind nicht mehr nur Geschichten, sondern zunehmend Sammlerstücke. Visuell kuratierte Hingucker, die sich gut auf Fotos machen. Das kann bezaubernd sein – aber es verändert auch die Wahrnehmung von Literatur. In den USA gibt es ebenfalls Sondereditionen, aber sie stehen deutlich weniger im Zentrum des Marketings und sind eher die Ausnahme als die Regel. Was mich manchmal nachdenklich macht: Die kreative Stimme allein reicht im deutschen Markt immer seltener. Wer nicht sichtbar, jung, sympathisch, durchgestylt und algorithmuskompatibel ist, hat es schwer – vor allem aus der Ferne. Ohne TikTok-Präsenz, ohne Bookstagram-Dauerfeuer fühlt es sich oft an, als würde man gerne mitspielen, aber nie an den Würfeltisch eingeladen werden. Literati Bookstore, Ann Arbor Umso hoffnungsvoller stimmt mich, was gerade im stationären amerikanischen Buchhandel passiert: Unabhängige Läden entstehen, Literatur wird wieder lokal gedacht – greifbar, vielfältig, lebendig. Ich wünsche mir, dass dieser Trend irgendwann auch nach Deutschland zurückschwappt. Dass Buchhandlungen wieder Orte werden, an denen Geschichten nicht nur verkauft, sondern geteilt werden. Orte für Begegnung, Inspiration und echte Verbindung. All das ist natürlich keine wissenschaftliche Analyse, sondern mein ganz persönlicher Eindruck – geprägt von Beobachtungen, Gesprächen und Erfahrungen auf beiden Seiten des Atlantiks. Und weil das Thema viel zu groß für ein paar Absätze ist, werde ich ihm bald einen eigenen Beitrag widmen. Was die Distanz mir als Autorin schenkt
Und die Schattenseiten?
Was mir hilft, den Spagat zu halten Für mich sind Autor*innenvereinigungen ein echter Anker. Sie bringen Struktur, Austausch und Sichtbarkeit – selbst über Kontinente hinweg. Deshalb bin ich Mitglied bei DELIA und im Selfpublisher-Verband. Beides gibt mir das Gefühl, Teil einer Community zu sein, die mich auch auf Distanz mitträgt. Noch wichtiger sind für mich allerdings ein paar ganz besondere Menschen: ein kleiner Kreis von Autorinnen, die Freundinnen geworden sind. Mit ihnen tausche ich mich fast täglich aus – über Bücher, Plots, Schreibkrisen, aber auch über das ganz normale Chaos des Lebens. Diese Verbindungen halten mich auf Kurs. Ohne sie wäre das Autorinnenleben im Ausland ein gutes Stück einsamer. Mein Fazit? Meine Geschichten reisen tausende Kilometer, bevor sie in Deutschland ankommen. Was ich schreibe, beginnt hier – und findet seinen Platz drüben. Schreiben im Ausland ist wie eine Langstreckenbeziehung mit dem Buchmarkt: Es braucht Geduld, gute Kommunikation und viel Herzblut. Aber wenn man liebt, was man tut – und ich liebe dieses Schreiben zwischen den Welten –, dann lohnt sich jede E-Mail, jede Zeitverschiebung und jeder Moment, in dem man sich fragt, ob man überhaupt dazugehört. And once again, here’s the English version – for all my American friends reading along: "Between Worlds and Words – Writing in One Language While Living in Another” I’ve been living in Michigan since 1999 – right in the heart of the American Midwest, where winters are long, the lakes are endless, and the squirrels have serious attitude. My first book was published in 2014, many years after I’d left Germany and settled in the U.S. But I’ve always written in German – for the German book market. People often ask me why I don’t write in English. The answer is simple: German is my native language. Sure, I speak fluent English – these days I actually use it more than German in everyday life. But when it comes to writing – the nuance, the rhythm, the irony or quiet melancholy – I only truly trust my instincts in the language that feels like home. And even though writing in German from here has become second nature to me, I still notice: It’s not without its balancing act. Tuned in, but out of reach Sometimes it feels like I’m in a different room than everyone else – the connection’s there, but I’m only catching the conversations through a wall. I don’t get to experience bookstores in person or attend book fairs in Frankfurt or Leipzig (this year was actually my first!). I miss those spontaneous hallway chats with fellow authors on tour or at signings. So I’ve built something else: a virtual thread that holds – even across oceans. Social media is where I connect, share, and sometimes even replace the casual coffee chats I don’t get to have. Without Instagram, Zoom & co, I might never have made it past my debut. And still, I often encounter the assumption that being an author abroad somehow gives you an edge – that geographic distance automatically makes you more interesting to publishers. The reality? Quite the opposite. Being far away makes it harder to even get noticed. You’re not around, not visible – and therefore not on the radar. Networking events, industry mingling, personal recommendations? All that happens without you. And often, that’s exactly where the real doors open. But maybe that distance is also a strength: It gives me clarity. From here, the differences between the German and American book markets stand out – like a picture that only comes into focus when you take a few steps back. Two markets – two mindsets: Germany vs. the U.S. Two markets, two worlds. The differences between the German and American book scenes go far beyond language – the expectations toward authors are strikingly different. In the U.S., the focus is primarily on the book: story, genre, market potential. Yes, social media and follower counts matter here, too – but they’re not everything. If a novel has a strong concept, a clear position, and solid writing, it can succeed even without a massive online presence. The key question isn’t: “Who are you?” But rather: “What exactly are you offering?” In the German market, especially in Romance, Romantasy, and New Adult, the person behind the book is becoming increasingly important. The younger, more attractive, and more active on social media you are, the better your odds of landing a publishing deal. Of course, there are exceptions – but they’re becoming rare. Reach often trumps quality. Content matters, yes – but only if it’s packaged into a marketable personal brand. The author as a brand matters as much as, if not more than, the manuscript. The ongoing hype around sprayed edges, book boxes, and special editions has only amplified this trend. Books are no longer just stories – they’re collectible items. Carefully curated visual stunners meant to shine in photos. It can be enchanting – but it also shifts how we perceive literature. Yes, special editions exist in the U.S. too – but they’re less central to the marketing strategy and more the exception than the rule. Something I keep coming back to: In Germany, a strong creative voice seems to be no longer enough. If you’re not visible, young, likable, stylish, and algorithm-friendly, it’s tough – especially from afar. Without TikTok, without constant Bookstagram output, it often feels like you’d love to play – but never get invited to the table. What gives me hope right now is what’s happening in independent bookstores across the U.S.: new shops are opening, literature is becoming local again – tangible, diverse, and full of life. I hope this trend will eventually make its way back to Germany: That bookstores become spaces once more where stories are not just sold, but shared. Places for connection, inspiration, and real encounters. Of course, none of this is meant to be a scientific analysis – just my personal take, shaped by observations, conversations, and experiences on both sides of the Atlantic. And since this topic is far too big for just one post, I’ll be dedicating an entire piece to it soon. The unexpected gifts of writing from a distance Perspective – Living in a different culture automatically shifts the way you see things. Themes, characters, conflict – I often see all of it with more distance, sometimes more clarity, sometimes just from a different angle. And that flows into my writing. It brings new color to familiar themes – which makes stories deeper, more surprising, more alive. Quiet – Here in Michigan, I live pretty secluded. No fairs, no signings, no pressure to constantly be “on.” I can focus fully on writing – no noise, no distractions. The voice of a place – I almost always choose American locations I know well. Places I’ve walked through, smelled, heard, touched. That presence seeps into my writing – and adds a layer of depth you just can’t google. Less comparison pressure – I’m not constantly surrounded by what others are writing, publishing, or promoting. That helps me stay grounded in my own voice. And the downsides? Low visibility – If you’re not showing up at book fairs or industry events, you’re easily overlooked. Especially if you’re not signed with a big publisher. Logistics – Book boxes, signed copies, giveaways? They don’t travel well across the Atlantic. Even sending review copies becomes an expensive balancing act. Language juggling – Even though German is my native tongue, I speak almost exclusively English in daily life. That affects my feel for the language. I have to regularly “tune in” to keep my writing style sharp. Lack of contacts – The biggest hurdle: building lasting industry relationships without the ability to just “grab a quick coffee at a fair.” Delayed communication – Whether it’s with publishers, agents, or bloggers – being in a different time zone slows things down. Feedback, decisions, questions – they often arrive overnight. While Germany is already deep into planning, I’m still fast asleep in Michigan – usually with a Goldendoodle paw in my face. What helps me stay balanced Author associations have been a true anchor for me. They provide structure, connection, and visibility – even across continents. That’s why I’m a member of DELIA and the Selfpublisher Association. Both give me the sense of belonging to a community that carries me, even from afar. But even more important: a few very special people. A small circle of author friends who’ve become real-life friends. There’s barely a day we don’t talk – about stories, stuck scenes, and everything life throws at us in between. Those connections keep me going. They’re the reason writing across the ocean doesn’t feel like writing in the dark My conclusion? My stories travel thousands of kilometers before they reach readers in Germany. What I write begins here – and finds its place there. Writing abroad is like a long-distance relationship with the book market: It takes patience, communication, and a lot of heart. But if you love what you do – and I truly love writing between worlds – then every email, every time zone mix-up, every moment of doubt is worth it.
Hallo – und willkommen auf meinem Blog! Oder besser gesagt: Willkommen zu meinem allerersten Eintrag auf diesem kleinen digitalen Stück Zuhause. Warum „Plot Twists & Peanut Butter“? Weil mein Leben irgendwie, genau wie meine Geschichten, voller unerwarteter Wendungen steckt. Und die Erdnussbutter? Die wurde für mich zum Symbol unseres neuen Alltags. 1999 sind wir nach Michigan ausgewandert und ich wusste, dass wir richtig in Amerika angekommen waren, als meine damals vierjährige Tochter plötzlich „Peanut Butter“ sagte – mit diesem perfekt amerikanischen Akzent, ganz selbstverständlich. In dem Moment war klar: Das hier ist jetzt unser Zuhause. Ab sofort findest du hier regelmäßig Beiträge zu zwei Dingen, die mein Leben prägen: Bücher & Schreiben – und mein Leben als Autorin in Amerika, genauer gesagt in Michigan. Die Idee zu diesem Blog schwirrte schon länger in meinem Kopf herum – so wie eine Nebenfigur, die ständig mehr Screentime will. Den nötigen Schubs habe ich dann bekommen, als ich neulich einen Beitrag für den DELIA-Blog geschrieben habe. Dabei ist mir aufgefallen, wie gut es tut, mal kurz vom Manuskript aufzublicken und den Kopf mit etwas anderem zu füttern. Gedanken sortieren, Neues denken, das Schreiben aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Genau darum geht’s hier: Nicht nur Geschichten erzählen, sondern auch über sie reden. Und über das Leben drumherum. Meet the Mensch hinter den Manuskripten Mein Herz schlägt – sowohl als Autorin als auch als Leserin – ganz klar für das Fantasygenre. Besonders Urban Fantasy hat es mir angetan: Welten, die sich mit der Realität vermischen, Magie inmitten von Alltag und Asphalt. Aber ich gestehe: Bei Weihnachtsromanen werde ich ebenfalls jedes Jahr aufs Neue schwach. Schnee, Zimtduft, Happy End? Her damit – ob geschrieben oder gelesen. Mein erstes Buch erschien 2014 bei einem Kleinverlag, gefolgt von weiteren Veröffentlichungen bei verschiedenen Verlagen, darunter Carlsen (Dark Diamonds) und Thienemann (Loomlight). Heute bin ich glückliche Hybridautorin – im Moment hauptsächlich im Selfpublishing unterwegs, wo ich besonders die kreative Freiheit sehr schätze. Aber: Ich bin offen für alles. Wenn sich Verlag und Herzprojekt begegnen – why not? Ich bin außerdem Mitglied bei DELIA – der Vereinigung deutschsprachiger Liebesromanautor*innen und beim Selfpublisher-Verband, weil Austausch, Sichtbarkeit und gegenseitige Unterstützung in dieser Branche Gold wert sind. Zuletzt ist der dritte Teil meiner Silvanubis-Trilogie, Das Leuchten der Feen erschienen. Ein Abschluss, der mich beim Schreiben noch einmal richtig durchgeschüttelt hat. Vielleicht, weil ich wusste, dass ich diese Welt bald loslassen muss. Aktuell arbeite ich an einer Urban Fantasy Trilogie, über die ich leider noch nicht viel verraten darf. Nur so viel: Es wird emotional, düster, magisch – mit Plot Twists, die selbst mich einige Male überrascht haben. Was dich hier erwartet In diesem Blog nehme ich dich mit in meinen Alltag zwischen Wörtern, Wäldern und Wanderungen. Du findest hier bald Beiträge über:
Und sonst so? Ich fühle mich hier inzwischen absolut zu Hause – auch wenn mir gutes Brot und deutsche Buchhandlungen ab und zu fehlen. In meinem Alltag dreht sich vieles ums Schreiben, aber auch um:
Ich freue mich darauf, diesen Blog mit Leben zu füllen – mit Geschichten, Gedanken, kleinen Ausblicken und großen Fragen. Schön, dass du hier bist. Bleib gern ein bisschen. Es gibt starke Worte, schwachen Kaffee und Plot Twists - und Peanut Butter. Versprochen. xoxo Kirsten For all my American friends who’ve been asking what this blog is about – here’s the English version of my very first post: “Plot Twists & Peanut Butter – A Blog Launch from Michigan” Hi there – and welcome to my blog! Or to put it more precisely: welcome to the very first post on this little digital corner I now call home. Because somehow, my life – just like the stories I write – is full of unexpected turns. And the peanut butter? That became a symbol of our new everyday life. We moved to Michigan in 1999, and I knew we had truly arrived in America when my then four-year-old daughter suddenly said “peanut butter” – with this perfectly American accent, like it was the most natural thing in the world. That was the moment I knew: this is home now. From here on out, you’ll regularly find new posts about two things that shape my life: Books & Writing – and life as an author in America, more specifically, in Michigan. The idea for this blog has been floating around in my head for quite a while – like a side character who keeps demanding more screen time. The final push came when I recently wrote a post for the DELIA blog. That’s when I realized how refreshing it is to look up from the manuscript for a moment and feed the brain with something new. To sort my thoughts, explore different perspectives, and see writing from another angle. And that’s exactly what this blog is about: not just telling stories – but also talking about them. And about the life that happens around them. Meet the Mensch behind the pages My heart – as both a writer and reader – belongs to the fantasy genre. I’m especially drawn to urban fantasy: worlds that blend with our own, magic woven into everyday life and city streets. But I’ll admit: I’m also a total sucker for Christmas novels. Snow, cinnamon, and a guaranteed happy ending? Yes please – whether I’m reading or writing it. My first book was published in 2014 by a small press, followed by several others with different publishers, including Carlsen (Dark Diamonds) and Thienemann (Loomlight). Today, I’m a happy hybrid author – mostly publishing independently at the moment, which I love for the creative freedom it gives me. But I’m open to anything. If the right publisher and a special project cross paths – why not? I’m a proud member of DELIA – the association of German-language romance authors – and of the Selfpublisher Association, because in this industry, community, visibility, and support are worth their weight in gold. Most recently, the third and final book in my Silvanubis trilogy, Das Leuchten der Feen, was released – a conclusion that really shook me up while writing it. Maybe because I knew it meant saying goodbye to a world I loved. I’m currently working on a new urban fantasy trilogy. I can’t share much just yet – but let’s just say: it’s emotional, dark, magical... and full of plot twists that even caught me by surprise. What to expect hereThis blog offers a glimpse into my everyday life – filled with words, woods, and long walks. Coming soon:
And besides writing?Michigan feels like home now – even if I still crave proper bread and the charm of German bookstores now and then.
When I’m not writing, I’m usually:
Thanks for stopping by. Stay a while. There’ll be strong words, weak coffee, plenty of plot twists – and peanut butter. Promise. |
Kirsten GrecoFantasyautorin aus Michigan. Schreibt Magie, trinkt Kaffee, löscht Plotbrände. Archive
März 2026
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