Kirsten Greco
  • Home
    • Impressum
    • Datenschutz
    • Links
  • Bücher
    • Willow
    • Silvanubis >
      • Das Singen des Feuervogels - Silvanubis 1
      • Die Tränen des Einhorns - Silvanubis 2
      • Das Leuchten der Feen - Silvanubis 3
    • Find me where the light ends
    • Mindwhisperer - Wenn du mich hörst
    • Guardian Angel >
      • Guardian Angel 1 - Zwischen Leben und Licht
      • Guardian Angel 2 - Rot wie Blut
    • Weihnachtsbücher >
      • Wenn es Wunder schneit
      • Schnee-Engel fliegen doch
      • Diese Tage im Dezember
      • Charly & Gray - Zeit für Wunder
      • Because it's December
  • Plot Twists & Peanut Butter
  • Über mich ...
  • Kontakt
  • Home
    • Impressum
    • Datenschutz
    • Links
  • Bücher
    • Willow
    • Silvanubis >
      • Das Singen des Feuervogels - Silvanubis 1
      • Die Tränen des Einhorns - Silvanubis 2
      • Das Leuchten der Feen - Silvanubis 3
    • Find me where the light ends
    • Mindwhisperer - Wenn du mich hörst
    • Guardian Angel >
      • Guardian Angel 1 - Zwischen Leben und Licht
      • Guardian Angel 2 - Rot wie Blut
    • Weihnachtsbücher >
      • Wenn es Wunder schneit
      • Schnee-Engel fliegen doch
      • Diese Tage im Dezember
      • Charly & Gray - Zeit für Wunder
      • Because it's December
  • Plot Twists & Peanut Butter
  • Über mich ...
  • Kontakt

Das Setting im Roman: Mehr als nur Kulisse

8/19/2026

0 Kommentare

 
Bild
​Manchmal fährt man knapp 450 Meilen, um herauszufinden, ob ein Ort wirklich so ist, wie man ihn sich vorgestellt hat. Oder um festzustellen, dass er noch viel schöner ist! Und ja, das sind über 700 Kilometer für ein Wochenende. Ein Klacks hier in Amerika. Und hey, ich habe Michigan nicht einmal verlassen.
BildStrand am Ostarm der Bay in der Nähe von Acme
Mein Ziel: die Grand Traverse Bay Area. (Und deshalb wird dieser Beitrag auch etwas bildlastiger. Was als Recherche beginnt, endet plötzlich mit 247 Fotos.) Denn genau dort spielt mein aktueller Contemporary-Romance-Roman, an dem ich gerade noch fleißig schreibe und der – wenn alles nach Plan läuft – noch in diesem Jahr erscheinen soll. Zum Glück hatte ich die perfekte Reisebegleitung: meine jüngste Tochter, die den Trip für uns bis ins kleinste Detail geplant hatte. Und was für ein Trip es gewesen ist! Ja, natürlich war das auch ein bisschen Urlaub, aber als Autorin reist man nie ganz ohne Hintergedanken. Denn sobald ein Ort zum Schauplatz eines Romans wird, sieht man ihn plötzlich mit ganz anderen Augen. Ich schaue nicht mehr nur darauf, ob der Strand schön ist oder das Restaurant gutes Essen hat. Ich überlege, wie sich eine Figur hier fühlen würde. Wie sich zwei Menschen an diesem Ort begegnen könnten. Wie die Luft riecht. Wie sich der Wind anfühlt. Welche Straßen man nachts lieber nicht nehmen möchte. Wo man morgens einen Kaffee holen würde. Was man vom Fenster eines bestimmten Hauses aus sehen kann. Und irgendwann passiert bestenfalls genau das: Das Setting ist längst nicht mehr nur der Ort, an dem mein Roman spielt. Es ist ein Teil der Geschichte geworden.

Wo soll meine Geschichte eigentlich wohnen?

BildEmpire Bluff Trail mit Blick auf Sleeping Bear Dunes und Lake Michigan
Wenn ich plotte, gehört die Wahl des Settings für mich immer zu den schwierigsten Entscheidungen. Nicht unbedingt, weil es mir an Ideen mangelt. Eher im Gegenteil. Es gibt unzählige Orte, an denen eine Handlung spielen könnte. Eine Großstadt. Eine Kleinstadt. Eine Insel. Ein abgelegenes Haus irgendwo im Nirgendwo. Einen Küstenort. Ein verschneites Bergdorf. Eine erfundene Welt.
Für mich ist der Schauplatz weit mehr als die Adresse, an der meine Figuren gerade wohnen. Er bestimmt nicht nur die Atmosphäre, sondern  kann auch den Plot in Richtungen schubsen, die ich beim Plotten vielleicht noch gar nicht auf dem Schirm hatte. Neben meinen Protagonisten ist er deshalb wahrscheinlich der größte Tonangeber meiner Geschichten.
Ein Roman, der in New York spielt, wird sich anders anfühlen als einer in einem kleinen Ort am Lake Michigan. Ein altes Herrenhaus irgendwo in England bringt automatisch eine andere Atmosphäre mit als ein modernes Apartment mitten in Berlin. Wetter, Geräusche, Landschaft, Architektur, die Menschen, die dort leben. Entfernungen, Jahreszeiten, Licht. Selbst Dinge, die auf den ersten Blick völlig nebensächlich wirken, können später Einfluss darauf haben, wie eine Szene funktioniert. Deshalb ist die Frage „Wo spielt meine Geschichte?“ für mich fast genauso wichtig wie die Frage „Wer spielt in meiner Geschichte?“

Am liebsten dort, wo ich mich auskenne

BildMission Point Lighthouse
​Wenn es möglich ist, wähle ich am liebsten Schauplätze, die ich persönlich kenne. Ich muss nicht darüber nachdenken, wie sich ein bestimmter Platz anfühlt, wenn ich schon selbst dort gestanden habe. Ich weiß, wie eine Straße aussieht. Ich kenne die Entfernung zwischen zwei Punkten. Ich weiß, ob eine Strecke wirklich in zehn Minuten zu schaffen ist oder ob ich dafür in meiner Vorstellung plötzlich viel zu optimistisch gerechnet habe. Und ich kenne diese kleinen Dinge, die in keinem Reiseführer stehen. 

BildStrand am Ostarm der Bay
Genau diese Details machen einen Schauplatz für mich lebendig. Authentizität entsteht nicht dadurch, dass man möglichst viele Fakten hineinschreibt. Ich glaube, entscheidend ist, was man mit einem Ort macht. Bleibt er bloße Kulisse oder wird er Teil des Geschehens? Eine Handlung kann theoretisch überall stattfinden. Aber wenn ich das richtige Setting gefunden habe, möchte ich irgendwann nicht mehr den Eindruck haben, dass man sie einfach an einen anderen Ort verpflanzen könnte.

Bild... und überall Boote
​Das ist übrigens auch der Grund, warum mich Schauplatzbeschreibungen manchmal eher aus einem Roman herauskatapultieren, als dass sie mich hineinziehen. Wenn mir jemand mithilfe von fünf Absätzen beweisen möchte, wie gründlich er oder sie für einen bestimmten Ort recherchiert hat, sehe ich plötzlich die Recherche und nicht mehr die Szene vor mir. Ich brauche keine Liste von Sehenswürdigkeiten, Straßennamen und historischen Fakten. Ich möchte neben der Figur stehen. Ich möchte sehen, was sie sieht, hören, was sie hört, und verstehen, warum dieser Ort für genau diesen Moment wichtig ist. Dann hat ein Setting für mich seine eigentliche Aufgabe erfüllt: Es fühlt sich nicht mehr beschrieben an, sondern erlebt.

Schauplatzrecherche ist mehr als Google Maps

BildLake Michigan
​Natürlich kann man heute unglaublich viel recherchieren, ohne das eigene Sofa zu verlassen. Google Maps. Street View. Websites von Städten und Gemeinden. Tourismusportale. Social Media. YouTube. Blogs. Zeitungsartikel. Für eine erste Orientierung ist das großartig. Aber irgendwann stößt man an eine Grenze. Denn ein Ort besteht nicht nur aus dem, was man fotografieren oder auf einer Karte finden kann. Er besteht auch aus Menschen. Und genau deshalb finde ich die Interaktionen vor Ort  mindestens genauso wichtig wie die Recherche selbst. 

BildFire Station 3 Peninsula Township
Man stellt eine Frage - wenn man sich traut! Und wenn nicht, dann hat man hoffentlich eine Reisebegleitung wie ich dabei. Eine furchtlose Tochter zum Beispiel, die auf dem Parkplatz von Station 3 einfach jemanden anspricht, während ich mich hinter einem Heft mit Fragen verstecke. Irgendwann habe ich dann doch meine Berührungsängste überwunden und ein ausgesprochen nettes und informatives Gespräch mit dem Chief des Peninsula Township Fire Department geführt. (Und manchmal bekommt man dabei nicht nur Antworten auf die Frage, die man gestellt hat, sondern gleich noch drei Informationen, von denen man vorher gar nicht wusste, dass man sie braucht.)

Man darf einfach fragen

Bildkleiner Hafen am Westarm
Und deshalb habe ich mir nach diesem Wochenende wieder einmal vorgenommen, öfter über meinen Schatten zu springen. Tatsächlich hat es bisher noch niemand komisch gefunden, wenn ich gesagt habe, dass ich gerade für ein Buch recherchiere und ob ich ein paar Fragen stellen darf. Die meisten Menschen finden es eher spannend. Und vielleicht ist das auch eine ganz gute Erinnerung für uns Autor*innen: Man darf Dinge wissen wollen. Im schlimmsten Fall sagt jemand Nein. Im besten Fall bekommt man Informationen, die später genau die eine Szene glaubwürdig machen, bei der man vorher nicht wusste, was einem eigentlich fehlt.

Und dann gibt es Fantasy

BildBay am Lighthouse
Bei Fantasy funktioniert das natürlich etwas anders. Wenn ich eine Fantasygeschichte schreibe, kann ich nicht einfach nachschauen, wie lange meine Figur von Stadt A nach Stadt B braucht. Ich muss die Welt selbst erschaffen. Wie sieht sie aus? Wie funktioniert sie? Welche Länder gibt es? Welche Grenzen? Welche Religionen? Welche politischen Strukturen? Welche Pflanzen wachsen dort? Wie reisen die Menschen? Was essen sie? Wie sieht eine typische Wohnung aus? Und wie kalt ist eigentlich ein Winter in einer Welt, die ich selbst erfunden habe? Und ja, das bedeutet genauso viel Arbeit wie die Recherche eines realen Ortes, aber genau darin liegt auch der große Reiz. Denn wenn ich die Welt selbst erschaffe, habe ich eine Freiheit, die ein reales Setting mir nicht bieten kann. Ich kann eine Stadt dort platzieren, wo sie für die Handlung gebraucht wird. Ich kann mir Landschaften ausdenken, kann Regeln aufstellen, die nur in dieser Welt funktionieren. Und ich kann einen Ort so gestalten, dass er ganz genau zu meiner Geschichte passt. Das ist einer der Gründe, warum ich Fantasy-Weltenbau so sehr liebe. Man darf alles erfinden. Aber man muss sich auch über alles Gedanken machen.

Urban Fantasy ist der interessante Mittelweg

BildCottage Book Shop Glen Arbor
Besonders spannend finde ich deshalb Urban Fantasy. Denn hier lassen sich beide Welten miteinander verbinden: eine Stadt, die tatsächlich existiert, mit ihren Straßen, Gebäuden und ihrer Vergangenheit – und darunter eine zweite Ebene, von der die meisten Menschen nichts ahnen.
Genau diese Mischung hat für mich einen ganz besonderen Reiz. Man nimmt etwas Vertrautes und gibt ihm eine neue Bedeutung. Eine Straße, an der der Leser vielleicht schon einmal entlanggelaufen ist, wird zum Schauplatz einer übernatürlichen Begegnung. Ein bekanntes Gebäude verbirgt plötzlich etwas, von dem niemand etwas weiß. Und eine Stadt, die man zu kennen glaubt, bekommt eine Seite, die nur in meinem Roman existiert. Das ist für mich eine der schönsten Möglichkeiten, mit einem Schauplatz zu arbeiten: Man muss die Welt nicht komplett neu erfinden. Man muss nur dafür sorgen, dass der Leser sie plötzlich mit anderen Augen sieht. (Und ja, die supergeheime Trilogie kommt direkt nach der Contemporary Romance. Immerhin steht sie inzwischen bis ungefähr zur Mitte von Band zwei, sodass ich für das Setting nicht mehr allzu viel recherchieren muss. Die Welt existiert schließlich schon – zumindest in meinem Kopf und auf ziemlich vielen Seiten Papier.)

Aber zurück in die Traverse Bay Area ...

… und damit zurück zu meinem aktuellen Manuskript, für das ich eben mal rund 700 Kilometer Rechercheweg auf mich genommen habe. Denn manchmal stellt man nach so einer Reise fest: Das, was man sich am Schreibtisch ausgedacht hat, funktioniert zwar, aber es geht noch besser. Genau das ist mit dieser Szene passiert: 
​Vivian ist auf dem Weg zurück in ihre alte Heimat. Sie kommt über die M-72 in die Gegend von Acme und fährt anschließend an der Bay entlang Richtung Süden. Vor ihr liegt die Old Mission Peninsula. Ihr Ziel. Ich hatte diese Szene bereits geschrieben. Dann bin ich die Strecke selbst gefahren. Und als ich wieder zu Hause war, habe ich sie noch einmal überarbeitet. Denn jetzt wusste ich, was Vivian tatsächlich vor sich hat. (Und bevor jetzt jemand mit dem Rotstift kommt: Ja, ich weiß. Das hier ist noch eine völlig unlektorierte Arbeitsfassung. Ich bin selbst gespannt, wie viele Formulierungen davon bis zur Veröffentlichung überleben.)
Bild
"Ich umfahre ein Schlagloch, das 2014 definitiv noch nicht dagewesen ist, und folge der Straße weiter Richtung Süden, als mein Blick auf das Licht der untergehenden Sonne fällt. Es bricht sich auf der Traverse Bay und lässt das Wasser aussehen, als wäre es mit flüssigem Gold überzogen. In der Ferne zeichnet sich die Old Mission Peninsula als dunkle Silhouette gegen den Abendhimmel ab. Mein Ziel. Zumindest für die nächsten Tage. Am Ufer haben sich an einigen wenigen Stellen schon erste dünne Eiskanten gebildet, während sich weiter draußen kleine Wellen im letzten Licht bewegen. Ich unterdrücke ein Seufzen und blinzele die Tränen weg. Die Bay schafft es also immer noch, mir den Atem zu rauben und mich daran zu erinnern, dass nicht alles, was ich damals zurückgelassen habe, wehtut."  (Projekt Vwwnv)                       

0 Kommentare

Ihr Kommentar wird veröffentlicht, sobald er genehmigt ist.


Antwort hinterlassen

    Kirsten Greco

    ​Fantasyautorin aus Michigan. Schreibt Magie, trinkt Kaffee, löscht Plotbrände.

    Picture

    Archive

    Juni 2026
    Mai 2026
    März 2026
    Februar 2026
    Januar 2026
    Dezember 2025
    November 2025
    Oktober 2025
    September 2025
    August 2025
    Juli 2025
    Juni 2025
    Mai 2025

    Kategorien

    Alle
    Buchmarkt & Branche
    Mein Leben In Michigan
    Schreiballtag
    Schreibtipps

    RSS-Feed

      Blog abonnieren

    Absenden
Unterstützt von Erstellen Sie mit anpassbaren Vorlagen Ihre eigene einzigartige Website.