Kirsten Greco
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Von Dünen, Daten und Dingen, die man nicht nachschlagen kann – warum Recherche auch (und gerade) für Fantasyautor*innen wichtig ist

11/9/2025

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Ich bin gerade zurück aus dem Urlaub! 
Ziel: die Outer Banks in North Carolina. Ergebnis: Wind im Gesicht, Meeresrauschen in den Ohren und ein Kopf voller Szenen, die unbedingt aufgeschrieben werden wollen. Und diese Reise hat wirklich alles gegeben: Spätoktoberhitze, kurz danach Stürme, die das Motorhome durchgeschüttelt haben, überflutete Straßen, gesperrte Brücken, die uns für zwei Tage vom Festland abgeschnitten haben – und ein Hirsch, der plötzlich auf den Dünen auftauchte … Das alles ist Recherche. Nicht in Tabellenform, sondern spürbar, hörbar, echt.
Schon die Fahrt von Michigan nach North Carolina war eine kleine Feldstudie: Wälder, die in allen Herbstfarben leuchteten, Highways, die einfach kein Ende nehmen wollten, und Tankstellen, die ihre ganz eigenen Geschichten erzählen. Zum Beispiel die, an der sich eine freundliche Frau vorstellte, Carlo die Hand schüttelte und dann sehr ernsthaft anbot, für unseren kaputten Generator zu beten. Noch bevor wir etwas sagen konnten, hatte sie bereits die Handfläche auf das Gerät gelegt – auf den Generator, nicht auf Carlo – und ein fünfminütiges Gebet hingelegt, als hinge das Schicksal der Stromversorgung persönlich von ihr ab. Ergebnis: Der Generator blieb stumm, aber ich hatte dafür eine Szene, die garantiert in einem Roman landet.

Wenn Google Earth an seine Grenzen stößt

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Klar, heute kann man mit wenigen Klicks jeden Ort der Welt bereisen. Google Earth zeigt die Straßen, YouTube liefert Videos, Blogs und Reiseführer erzählen Details. Ich nutze all das regelmäßig – aber es ersetzt nicht, einen Ort wirklich erlebt zu haben. Wenn man barfuß im warmen Sand steht, das Salz auf den Lippen schmeckt, den Wind hört, der durch Dünengras rauscht – dann begreift man eine Landschaft anders. Kein Bildschirm der Welt kann das ersetzen.
Wir standen mit dem Motorhome direkt hinter den Dünen. Nachts, wenn der Sturm das Fahrzeug wackeln ließ, habe ich mir vorgestellt, wie eine meiner Figuren das erleben würde: der Himmel voller Sterne, das Rauschen des Atlantiks, die Unsicherheit, ob die Brücke am nächsten Tag wieder geöffnet ist. Und ja – genau das wird ziemlich sicher in meinem aktuellen Projekt landen. Solche Erfahrungen sind Gold wert, weil sie nicht nur die Landschaft, sondern auch Emotionen transportieren.
Natürlich kann ich nicht immer jeden Schauplatz persönlich besuchen. Manche Orte existieren schlicht nicht – vor allem, wenn man Fantasy schreibt. Und selbst wenn, wäre es kaum möglich (oder bezahlbar), für jede Szene einmal quer über den Globus zu reisen. Dann heißt es eben: Laptop aufklappen, Bücherstapel durchforsten und hoffen, dass Google Maps irgendwann Gerüche überträgt.

„Du schreibst Fantasy, da brauchst du doch keine Recherche.“

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​Oh doch. Und zwar jede Menge. Fantasy funktioniert nur, wenn sie in sich glaubwürdig bleibt. Jede erfundene Welt braucht Regeln, Kultur, Geschichte – und diese Regeln müssen konsistent sein. Das ist keine reine Erfindung, das ist Handwerk.
Wie funktioniert Magie? Welche Tiere gibt es, welche Pflanzen, welche Jahreszeiten? Wie klingt Musik dort? Welche Rituale begleiten Geburt oder Tod? Ich recherchiere politische Systeme, topografische Eigenheiten, Materialkunde – und ja, manchmal sogar Physik.
Für mein aktuelles Projekt habe ich mich tagelang mit dem Thema Flugverhalten beschäftigt – von Fledermäusen bis zu allem, was irgendwie flattert oder gleitet. Wie bewegen sich ihre Flügel? Welche Muskeln sind beteiligt? Wie fühlt sich die Membran an, wie viel Kraft braucht es, um abzuheben? Diese Details sieht man vielleicht nur zwischen den Zeilen, aber sie verleihen der Szene Glaubwürdigkeit.

Zwischen Schwert und Screenshot – Kampfrecherche ohne blaue Flecken

Ein anderes Thema, das mich regelmäßig beschäftigt, ist das Schreiben von Kampfszenen.
Leider habe ich selbst keine Schwertkampfausbildung – auch wenn ich immer wieder mit dem Gedanken spiele, einen Kurs zu belegen (vielleicht irgendwann, rein beruflich natürlich …).
Bis dahin helfen YouTube, Fachartikel und meine Beobachtungsgabe. Ich schaue Turniermitschnitte, Tutorials, lese über Haltung, Balance, Atemtechnik. Ich stoppe Videos, mache Screenshots, notiere Bewegungsabfolgen – vom Drehmoment bis zur Gewichtsverlagerung.
Ein kleiner Vorteil: Meine Tochter hat früher Karate gemacht. Ich erinnere mich an ihre Haltung, die Ruhe, die Präzision – an dieses kurze Innehalten vor der Bewegung. Wenn ich Kampfszenen schreibe, denke ich oft daran. Und natürlich ist es ausgesprochen praktisch, gute Freundinnen zu haben, die mit Pfeil und Bogen umgehen können. Denn egal, ob jemand eine Waffe führt oder nur seine Kraft einsetzt – der Moment davor ist immer derselbe: pure Kontrolle.

Zeitreisen im Kopf – wenn Epochen lebendig werden

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​Nicht alle Geschichten spielen in der Gegenwart. Manche führen in vergangene Zeiten, und dann beginnt die vielleicht intensivste Form der Recherche. Ich habe einen Heidenrespekt vor Autor*innen, die historische Romane schreiben – allein schon wegen der Genauigkeit, dem Quellenstudium, der sprachlichen Feinabstimmung. Jede kleine Abweichung kann den Leser aus der Zeit reißen, und genau das erfordert ein Maß an Geduld und Detailtreue, das ich nur bewundern kann.
Ganz entziehen kann aber auch ich mich dieser Art Recherche nicht. Für den ersten Teil meiner Silvanubis-Trilogie habe ich monatelang alles über die Nachkriegszeit im Ruhrgebiet gelesen – Bücher, Dokumentationen, Zeitungsarchive. Ich habe mit Zeitzeug*innen gesprochen, ihre Erinnerungen aufgeschrieben und versucht, mir vorzustellen, wie sich der Alltag damals angefühlt hat: der Geruch von Kohle, das Knirschen von Schutt unter Schuhen, der Klang von Stimmen in engen Hinterhöfen. Ja, diese Arbeit war manchmal bedrückend, aber sie war notwendig und sie hat sich tatsächlich angefühlt wie ein kleiner Zeitsprung. Eine Herausforderung, aber eine, die mir am Ende doch ungeheuer viel Spaß gemacht hat.
Solche Recherchen schützen letztendlich davor, Klischees zu reproduzieren oder historische Realitäten zu verzerren. Und ganz ehrlich: Sie hat mir das Schreiben erst ermöglicht. Ohne dieses Fundament wäre die Geschichte leer geblieben.

Wenn der Magen mitschreibt – kulinarische Recherche

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Essen ist in meinen Büchern nie nur Nebensache (und auch sonst nicht). Es ist Atmosphäre, Erinnerung, manchmal Trost.
Nicht nur für meine Weihnachtsromane probiere ich jedes Rezept selbst aus. Recherche, die man riechen und schmecken kann.  Von Zimtsternen bis Pumpkin Pie, von Empanadas bis Brownies: Erst was in meiner Küche geduftet hat, darf ins Buch.
Aber auch in historischen Romanen spielt Essen eine Rolle. Für Das Singen des Feuervogels habe ich recherchiert, was Menschen in der Nachkriegszeit kochten, wenn kaum etwas da war. Besonders berührt hat mich der Gegensatz zwischen dem Hunger der Nachkriegsjahre und der üppigen Fülle in der Welt von Silvanubis. Dort gibt es Essen im Überfluss – saftige Früchte, dampfende Brote, aromatische Kräuter. Und genau das hat mich gereizt: diesen Überfluss dem Hunger von damals gegenüberzustellen.
Für meine Protagonist*innen bedeutete das mehr als nur Staunen – sie fühlten sich schuldig, weil sie plötzlich so viel hatten, während sie aus einer Welt kamen, in der jedes Stück Brot zählte.
Und dann sind da die Fantasywelten – da darf man endlich alles, auch kulinarisch. Ich überlege, welche Früchte dort wachsen könnten, welche Gewürze die Luft erfüllen und was wohl auf den Tisch kommt, wenn gefeiert wird. Am meisten Spaß macht mir, Gerichte zu erfinden, die fast vertraut schmecken – aber eben nur fast.

Von Kräutern, Heilpflanzen und anderen grünen Wundern

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Ein weiteres Thema, das mich seit Silvanubis 1 begleitet, ist die Heilpflanzenrecherche. Ich wollte wissen, welche Pflanzen in welchen Regionen wachsen, wie man sie verwendet und wie sie riechen. Das hat mich von alten Kräuterbüchern bis zu modernen Studien geführt – und schließlich in meinen eigenen Garten. Heute wachsen dort unter anderem Thymian, Salbei, Estragon, Lavendel, Zitronenmelisse – nicht nur, weil sie hübsch aussehen, sondern weil ich sie anfassen, riechen und beschreiben kann. Wenn ich also über eine Figur schreibe, die eine Salbe anrührt, habe ich den Duft von Kräuterdampf sofort wieder in der Nase.

Figurenrecherche – vom Namen bis zum Lebenslauf

Auch Charaktere wollen recherchiert werden. Bevor ich schreibe, überlege ich: Woher kommt diese Figur? Welche Sprache spricht sie? Was bedeutet ihr Name? Wie sieht ihr Alltag aus?
Ich lese Interviews, schaue Dokus, spreche mit Menschen, die ähnliche Berufe haben. Ich möchte wissen, wie eine Hackerin denkt, wie eine Polizistin redet, wie ein Barista in Detroit den Tag beginnt.
Selbst wenn am Ende nur ein Nebensatz übrig bleibt – die Recherche sorgt dafür, dass Figuren Ecken, Kanten und Glaubwürdigkeit bekommen.

Schreiben heißt fragen – und nochmal nachfragen

Bei mir beginnt Recherche oft lange, bevor das eigentliche Schreiben anfängt. Manchmal sammle ich schon Material, während ich ein anderes Projekt beende – Zeitungsartikel, Karten, Fotos, Gesprächsfetzen.
Mindestens vier bis sechs Wochen investiere ich in die intensive Vorbereitung, oft mehr. Und selbst mitten im Manuskript tauchen neue Fragen auf: Wie riecht Ozon nach einem Gewitter wirklich? Wie lange fliegt man mit 100 km/h von Detroit nach Copper Harbor? Welche Farbe hat der Himmel kurz vor einem Sturm?
Recherche endet nie. Sie ist der unsichtbare Atem hinter jeder Szene.

Und dann ist da noch der Blick von außen

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​Ich schreibe meine Bücher auf Deutsch – aber fast alle spielen in den USA.
Das liegt nicht daran, dass ich amerikanische Schauplätze „trendiger“ finde, sondern schlicht daran, dass ich hier lebe. Seit vielen Jahren ist Michigan mein Zuhause. Ich kenne die Seen, das Licht, die Stille im Wald, das Sirren der Zikaden im Sommer, den Geruch nach Schnee im Januar.
Ich schreibe gern über Orte, die ich kenne, weil ich ihre Atmosphäre fühlen kann. Ob es eine verlassene Straße in Detroit ist, eine Küstenstadt in North Carolina oder ein Diner irgendwo zwischen beidem – ich mag es, wenn die Kulisse mehr ist als nur Dekoration.
Nur eine Ausnahme gibt es: die Silvanubis-Trilogie. Sie beginnt im Ruhrgebiet – meiner alten Heimat – und führt später in eine fantastische Parallelwelt. Zufall? Eher nicht. Das Ruhrgebiet ist schließlich der Ort, an dem ich gelernt habe, hinter grauen Fassaden Geschichten zu entdecken.
Dieser Spagat – deutschsprachige Autorin im Ausland zu sein – prägt meine Arbeit sehr. Ich denke auf Deutsch, träume manchmal auf Englisch – und irgendwo dazwischen entstehen meine Geschichten.

Fazit: Recherche ist kein Umweg – sie ist der Weg

Ob in den Dünen von North Carolina, in den Straßen von Detroits Corktown, in einer kleinen Stadt am Rande des Ruhrgebiets oder zwischen Thymian und Lavendel im eigenen Garten: Recherche bedeutet, die Welt zu verstehen, bevor man sie neu erschafft. Sie ist das unsichtbare Fundament unter jeder Geschichte. Ohne sie wären meine Welten blass, meine Figuren leer, meine Dialoge hohl. Und das Schönste daran: Jede Recherche öffnet Türen – zu Orten, Menschen, Zeiten und neuen Ideen.  Am Ende ist sie vielleicht genau das: der Moment, in dem Wirklichkeit zu Geschichte wird. 
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Die Sache mit den Neuauflagen

8/6/2025

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​Du denkst, du bist fertig. Das Buch ist draußen, die Geschichte erzählt, der Punkt gesetzt. Und dann – landet es wieder bei dir. Plötzlich sitzt du da, roter Stift in der Hand, bereit, dein eigenes Werk auseinanderzunehmen.
Oder?
Bist du wirklich bereit, noch einmal tief in die Geschichte einzutauchen? Ehrlich zu dir zu sein, wenn du denkst: Himmel, was habe ich da eigentlich geschrieben?
Das Thema ist für mich gerade ganz aktuell, denn am 12. August erscheint die stark überarbeitete Neuauflage eines "alten" Verlagstitels. 

Warum überhaupt eine Neuauflage?

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​Weil Geschichten mit uns wachsen.
Weil wir als Autor*innen nicht dieselben bleiben, die wir beim Schreiben der ersten Version waren. Und weil Bücher, die wir vor Jahren veröffentlicht haben, oft nicht mehr ganz das sind, was wir heute erzählen würden.
Manchmal geht es dabei nur um ein neues Cover, ein frischeres Lektorat oder eine technische Anpassung. Aber manchmal geht es um mehr. Nicht nur um Stil. Sondern um Haltung. Ton. Tiefe.
Ob Selfpublisher*in oder Verlagsautor*in: Irgendwann steht man vor der Entscheidung, ein älteres Werk noch einmal in die Hand zu nehmen. Für Selfpublisher*innen ist das oft eine freiwillige kreative Entscheidung. Für Verlagsautor*innen beginnt es meist mit der Rückgabe der Rechte. (Kleiner Exkurs zur Vertragsdauer: Unterschreibe niemals – wirklich niemals – einen Vertrag, der bis zum Ende des gesetzlichen Urheberrechtsschutzes läuft. Der endet nämlich 70 Jahre nach dem Tod der Autor*in. Diesen Fehler habe ich bei meinem Debüt gemacht. Und wie viele Kolleg*innen habe ich lange kämpfen müssen, die Rechte an meinem Buch zurückzubekommen, nachdem der Verlag seine Autor*innen schlicht geghostet hat.)
Zum Glück war es dieses Mal nicht so. Als die Rechte an meinem früheren Thienemann-Verlagstitel Shine – Das Licht zwischen den Welten an mich zurückfielen, dachte ich zuerst: einmal drüberlesen, neues Cover, Selfpublishing – fertig.
Tja, falsch gedacht.
Denn aus einer schnellen Überarbeitung wurde ein echter Kraftakt. Weil ich gemerkt habe, dass ich heute anders schreibe. Dass ich anders über meine Figuren denke. Und dass die Geschichte es verdient hat, so erzählt zu werden, wie ich sie heute schreiben würde – ohne ihre Essenz zu verlieren. Ich habe fast einen Monat überarbeitet. Gestrichen, geschärft, neu geschrieben (und war beim Gegenlesen ehrlich gesagt ein bisschen erschrocken, was damals einfach so "durchgewunken" wurde). Rund 80 % des ursprünglichen Textes stehen noch. Der Rest ist gegangen. Oder hat sich verwandelt. Genau wie ich.

Zwei Wege – Verlag oder Selfpublishing?

​Wenn ein Buch zu dir zurückkommt, stehst du als Autor*in vor einer spannenden Entscheidung: Wohin jetzt damit? Grundsätzlich gibt es zwei Wege:
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Ein neuer (kleiner) Verlag
Ein kleiner Verlag kann eine gute Wahl sein, wenn du dich nicht um alles selbst kümmern willst – und eventuell ein wenig mehr Mitspracherecht als bei einem klassischen Publikumsverlag suchst. Viele dieser Verlage haben sich auf bestimmte Genres spezialisiert, arbeiten mit Herzblut und geben alten Titeln gern eine zweite Chance.

​Vorteile:
  • Du bekommst ein neues Lektorat und ein frisches Cover
  • Du profitierst von der Sichtbarkeit des Verlagsprogramms
  • Du musst dich nicht selbst um Technik, Vertrieb oder Marketing kümmern (auch wenn du es oft trotzdem tust ...)
  • Du trittst finanziell nicht in Vorkasse – die Kosten für Lektorat, Satz und Cover übernimmt der Verlag
  • Deine Backlist bekommt neues Leben – im besten Fall mit Leser*innen, die den Verlag bereits kennen und schätzen
Nachteile:
  • Die Vertragsbedingungen können sehr unterschiedlich sein – unbedingt genau lesen!
  • Du gibst wieder Rechte ab – und damit einen Teil der Kontrolle
  • Es dauert meist deutlich länger, bis das Buch erscheint
  • Das Honorar liegt oft unter dem, was im Selfpublishing möglich wäre

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​ Selfpublishing
Selbst verlegen heißt: Du bist dein eigener Verlag.
Du bestimmst nicht nur über Inhalt, Cover und Preis – sondern auch über den Zeitpunkt der Veröffentlichung, das Marketing und alles dazwischen.



​Vorteile:
  • Maximale Freiheit und Kontrolle
  • Höhere Tantiemen (vor allem bei E-Books)
  • Du kannst den Text jederzeit anpassen oder überarbeiten
  • Schnellere Veröffentlichung möglich
Nachteile:
  • Du bist für alles verantwortlich: Lektorat, Korrektorat, Cover, Formatierung, Technik, Buchhaltung, Werbung …
  • Es erfordert Zeit, Wissen (und Budget) – und ein gutes Netzwerk
  • Sichtbarkeit musst du dir selbst erarbeiten
Ich habe mich bei Willow ganz bewusst für den Selfpublishing-Weg entschieden. Nicht, weil ich denke, dass das „besser“ ist – sondern weil ich Lust hatte, dieses Projekt ganz in meine eigenen Hände zu nehmen. Es fühlt sich an wie ein Neustart – aber mit einem Fundament, das schon existiert.


Was kann (und darf) sich ändern?

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Wenn du eine Neuauflage in Angriff nimmst, stellt sich schnell die Frage: Was genau soll eigentlich anders werden?
Und noch wichtiger: Wie machst du transparent, dass es sich nicht um ein komplett neues Buch handelt – sondern um eine überarbeitete Version eines bereits veröffentlichten Titels?
Gerade dieser letzte Punkt ist essenziell. Leser*innen verdienen Klarheit.
Ob im Klappentext, im Impressum oder direkt auf der Produktseite – es sollte offen kommuniziert werden, wenn ein Buch unter einem neuen Titel (und vielleicht mit neuem Cover) noch einmal erscheint.
Nicht alle kennen das Prinzip der „relaunchten Backlist“ – und niemand möchte ein Buch kaufen, das man versehentlich doppelt im Regal stehen hat. Es sei denn, man ist neugierig – und will wissen, wie sich die alte Geschichte in ihrem neuen Kleid macht.

Stil & Sprache
Dein Schreibstil verändert sich mit jedem Buch.
Was sich früher gut angefühlt hat, klingt heute vielleicht zu steif, zu blumig oder einfach nicht mehr wie du. Bei Willow war genau das der Ausgangspunkt: Ich habe Formulierungen gestrafft, Szenen flüssiger gemacht, Monologe gekürzt oder ganz gestrichen – und meinen Figuren einfach mehr Luft gelassen.

Zeitliche Bezüge & Aktualität
Wenn dein Buch in der Gegenwart spielt, aber vor zehn Jahren geschrieben wurde – dann ist die Gegenwart heute eine andere. TikTok war noch Zukunftsmusik, Airbnbs hießen noch „Pensionen“, und wer jemanden mochte, schickte eine SMS – mit T9-Tastatur. Solche Dinge wirken heute schnell angestaubt oder aus der Zeit gefallen. Du musst nicht alles modernisieren – aber es lohnt sich, bewusst hinzuschauen: Passt das noch? Oder ist es nur aus Gewohnheit da?

Dialoge & Figurenentwicklung
Der Ton macht die Musik – und gerade bei Dialogen hat sich bei mir viel verändert. Was früher cool oder witzig klang, fühlt sich heute manchmal aufgesetzt an. Oder zu brav. Manche Figuren wollten mehr Kante, andere mehr Tiefe. Auch die Art, wie sie miteinander sprechen – wie sie streiten, flirten, sich öffnen – hat sich mit der Überarbeitung verändert. Bei Willow habe ich an genau diesen Stellen angesetzt.​
Und so liest sich das, wenn eine Szene ein zweites Leben bekommt. 

Vorher: 
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​Jonah fehlte mir! Jetzt schon. Ein paar Stunden ohne ihn, und es tat weh, nur an ihn zu denken … Genau das war der Grund, warum ich mich bis jetzt so erfolgreich gegen dieses Gefühl gewehrt hatte. Ich hatte mein Herz so prima zugemauert. Und jetzt tat es weh. Die Ecke, in die Jonah sich gestern einfach so eingeschlichen hatte, war leer. Eine Leere, die ich ganz genau spürte. Eine Leere, die mir mehr zu schaffen machte, als die verletzte Schulter.
Nachher:
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​Er fehlte mir! Jetzt schon. Ein paar Stunden ohne ihn, und es tat weh, nur an ihn zu denken. Genau deshalb hatte ich so lange dichtgemacht. Herz zu, Gefühl aus. Hatte wunderbar funktioniert. Bis gestern Abend. Jetzt war die Ecke dieses dämlichen Organs, in die Jonah sich gestern einfach so eingeschlichen hatte, leer. Und diese Leere zog mehr an mir als die Narbe an meiner Schulter. Sie pochte. Und sie ließ sich nicht ignorieren.
Es war der Kuss gewesen. Natürlich war es der Kuss gewesen. Und ich hatte ihn zugelassen. Nicht aus Versehen – ich hatte ihn gewollt. Und Hölle, Jonah küsste, wie jemand, der wusste, was er tat. Wie jemand, der schon viel zu lange gewartet hatte.
In dem Moment war alles gefallen. Alle Ausreden. Alle Lügen, die ich mir mein halbes Leben lang erzählt hatte. Dass da nichts war. Weil ich es nicht wollte. Weil ich ganz genau wusste, wie es aussieht, wenn ein Herz auseinanderbricht. Ich hatte es gesehen – jeden Tag, wenn meine Mutter versuchte, nicht an Dads Krankenbett zu zerbrechen. Ich hatte Angst gehabt, dass mir das auch passieren könnte. Dass ich mich in jemanden verlieben … und ihn wieder verlieren würde. Also hatte ich dicht gemacht.
Vielleicht brauchte es solche Extremsituationen, damit man endlich spürte, was da eigentlich los war im eigenen Herzen. Und vielleicht wäre es später sowieso passiert.
Er hätte gewartet. Weitergemacht. Immer wieder angeklopft, bis ich den verdammten Schlüssel gefunden hätte.

Was ich aus der Überarbeitung mitgenommen habe

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​So anstrengend der Prozess manchmal war – ich bin dankbar, dass ich ihn gegangen bin. Weil ich gesehen habe, wie sehr ich mich als Autorin entwickelt habe. Weil ich heute klarer schreibe, bewusster erzähle, mutiger kürze. Und weil ich gemerkt habe: Es lohnt sich, durchzuhalten – auch wenn Überarbeiten manchmal wehtut. Gerade dann.
Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, sich Zeit zu lassen – beim Schreiben, beim Überarbeiten, aber auch bei allem Drumherum.
Zum Beispiel beim Cover. Gerade bei einer Neuauflage kommt dem Design eine besondere Bedeutung zu – es trägt nicht nur den neuen Titel, sondern auch das neue Gefühl, das im Text mitschwingt. Deshalb bin ich umso dankbarer, dass ich mit einer Designerin zusammenarbeiten durfte, die nicht nur Talent, sondern auch ein Gespür für Stimmung, Ton und Geschichte mitgebracht hat. Wenn alles zusammenpasst – Titel, Bild, Farbwelt, Schrift – dann spürt man: Ja. Genau so fühlt sich dieses Buch jetzt an.
Ich habe auch gemerkt, wie wichtig klare Kommunikation ist. Nicht nur gegenüber Leser*innen, wenn es um Neuauflagen geht – sondern auch im Austausch mit Dienstleister*innen, mit Testleser*innen, mit mir selbst.
​Und vielleicht ist das der größte Punkt:

Veröffentlichungen sind nicht nur ein Produkt. Sie sind ein Prozess. Man wächst mit jeder davon.
​Und manchmal entdeckt man eine Geschichte noch einmal ganz neu – obwohl man sie selbst geschrieben hat.

Und jetzt?

​Jetzt ist Willow – Und in mir dein Licht bereit, noch einmal in die Welt zu gehen. Diesmal mit einer Stimme, die mehr nach mir klingt. Mit einem neuen Gewand. Und einem überarbeiteten Kern, der trotzdem dieselbe Geschichte trägt.
Vielleicht kennst du Shine noch von früher. Vielleicht nicht. Vielleicht wirst du beim Lesen Passagen wiedererkennen. Oder überrascht sein, wie anders sich alles anfühlt. Beides ist richtig. Denn Geschichten dürfen wachsen. Genau wie wir. Und manchmal ist eine Neuauflage keine Wiederholung – sondern ein neuer Anfang.
​
PS: Im nächsten Artikel nehme ich euch dann wieder mit in meinen Alltag in Michigan - zwischen Schreibchaos, Farmers Market und Goldendoodle-Spaziergängen. 
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10 Dinge, die ich gerne früher übers Schreiben gewusst hätte

7/22/2025

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​Manchmal frage ich mich, wie viel Frust, Selbstzweifel und Nerven ich mir hätte sparen können, wenn mir jemand rechtzeitig ein paar Dinge übers Schreiben gesagt hätte. Nicht nur übers Schreiben selbst, sondern über das Ganze drumherum: Verlagswelt, Selfpublishing, Social Media, kreative Routinen – und wie sich das alles anfühlt, wenn man 7.000 Kilometer vom eigentlichen Buchmarkt entfernt lebt.
Hier sind 10 Dinge, die ich heute weiß – und die meinem früheren Ich einiges an Kopfzerbrechen, Grübeln und Koffein erspart hätten.

1. Schreiben ist kein einsamer Job – es sei denn, du machst ihn dazu

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​In meinem Kopf war Schreiben immer ein Soloakt – du, die Tastatur und sonst nichts. Heute weiß ich: Der Austausch mit anderen Schreibenden ist nicht Luxus, sondern Überlebensstrategie – besonders, wenn man wie ich in Michigan sitzt, während die eigentliche Buchwelt in Leipzig, Hamburg oder München tobt.
Ich bin inzwischen Mitglied bei zwei wunderbaren Autor*innenvereinigungen – DELIA (Vereinigung deutschsprachiger Liebesromanautorinnen und -autoren) und dem Selfpublisher Verband – und möchte beides nicht mehr missen. Dazu kommen einige wenige enge Kontakte zu befreundeten Autor*innen, mit denen ich brainstorme, jammere, jubiliere und ganz nebenbei den schönsten Beruf der Welt ein bisschen weniger frustrierend mache.
Natürlich begegnet man unterwegs auch Neid, Missgunst oder Ellenbogenmentalität – das bleibt leider nicht aus. Aber das Schöne ist: Man kann sich aussuchen, mit wem man sich umgibt. Und wenn man die richtigen Menschen gefunden hat, fühlt sich Schreiben plötzlich gar nicht mehr so einsam an – sondern wie Teil einer ziemlich schrägen Schreibfamilie.

2. Ohne Social Media geht gar nichts – vor allem nicht für den deutschen Markt

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​Ich geb’s zu: Ich habe Social Media lange als lästige Pflicht betrachtet. Muss ich wirklich ein Reel drehen, wenn ich doch eigentlich nur ein Buch schreiben will? Die Antwort ist: Jein. Schreiben und Marketing sind zwei Paar Schuhe – aber wenn du willst, dass dein Buch Leser*innen erreicht, musst du beide anziehen.
Gerade auf dem deutschsprachigen Markt läuft viel über sichtbare Präsenz, persönliche Nähe und Community. Instagram ist oft dein Schaufenster, dein Messestand und dein Wohnzimmer in einem. Für jemanden wie mich, die 7.000 Kilometer entfernt lebt, ist Social Media deshalb mehr als Marketing – es ist meine Verbindung zur Buchwelt, meine Bühne und mein Kaffeetisch mit Leser*innen zugleich. Und wisst ihr was? Inzwischen macht es mir sogar Spaß. Echt jetzt. (Also meistens. Also… sagen wir, oft genug, um es überzeugend zu behaupten. Fake it till you make it, oder?)
Tipp am Rande: Such dir ein kleines, feines Team aus Buchblogger*innen, bei denen die Chemie stimmt – Menschen, die zu dir und deinen Geschichten passen. Gemeinsam wird die Reise nicht nur leichter, sondern auch schöner. Denn was gibt es Besseres, als die Buchwelt nicht allein zu erkunden, sondern mit Menschen, die deine Worte lieben? Und wer weiß – vielleicht entsteht daraus mehr als nur Reichweite. Vielleicht sogar echte Freundschaft.


3. Lektorate tun weh – und genau deshalb sind sie Gold wert

Ich erinnere mich noch an mein erstes professionelles Lektorat. Es fühlte sich an wie ein Seelenstriptease mit Rotstift. Heute weiß ich: Eine gute Lektorin sieht nicht nur, was du schreibst, sondern was du eigentlich sagen willst – und hilft dir dabei, genau dorthin zu kommen.
Manchmal tut es weh, aber in 99 % der Fälle wird das Manuskript danach so viel besser, dass man sich fragt, warum man überhaupt an der Rohfassung hing.

4. Deine Schreibstimme entwickelt sich. Und das ist kein Makel, sondern Magie

​Mein erstes Buch klingt anders als mein drittes. Und das wiederum anders als mein jetziges. Ich dachte lange, ich müsse „meine Stimme“ finden und dann auf ewig beibehalten. Heute weiß ich: Stimme ist ein lebendiger Prozess. Sie wächst mit jedem Text, mit jeder Lebensphase, mit jeder Erfahrung.
Wenn sich mein Stil verändert, dann, weil ich wachse – nicht weil ich mich verliere.

​5. „Nur was sich verkauft, wird verlegt“ – klingt hart, stimmt aber oft

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​Ich hätte gerne früher gewusst, wie viel Marktorientierung auch in kreativen Entscheidungen steckt. Gerade im klassischen Verlagswesen. Wenn dein Buch nicht ins Programm passt – sei es wegen Thema, Genre oder Timing – (oder du nicht zum Genre ... ja, gibt's leider auch) dann wird es trotz toller Idee vielleicht abgelehnt. Nicht, weil es schlecht ist. Sondern weil es sich (vermutlich) nicht verkauft.
Das gilt besonders für Verlagsautor*innen, wo Verkaufszahlen, Zielgruppenlogik und Genregrenzen eine große Rolle spielen. Als Selfpublisher*in hast du da deutlich mehr Freiheiten – niemand redet dir rein, niemand zwingt dich in ein Coverkonzept oder einen Trend. Aber: Wenn du auch nur ein bisschen Geld damit verdienen willst (und nicht nur für die eigene Schublade schreibst), hilft es trotzdem, den Markt zu kennen. Zu wissen, was Leser*innen gerade anspricht. Und dann zu entscheiden, was davon zu dir passt – und was nicht.

6. Nicht jedes Buch wird ein Bestseller – und das ist völlig okay

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Eines der Dinge, die ich wirklich gerne früher gewusst hätte: Erwarte nicht zu viel auf einmal. Nicht jeder Roman zündet sofort. Nicht jede Veröffentlichung bringt den großen Durchbruch. Und das bedeutet nicht, dass du gescheitert bist. Im Gegenteil – je realistischer die Erwartungen, desto leichter kannst du kleine Erfolge überhaupt als solche wahrnehmen.
Ein gutes erstes Feedback. Ein Leser, der sich meldet. Ein Verkaufsrang, der sich kurz hebt. All das ist mehr wert, wenn du es nicht permanent mit einer idealisierten Erfolgsversion vergleichst.
Und wenn etwas wirklich nicht funktioniert? Dann ist ein radikaler Neuanfang kein Makel, sondern eine bewusste Entscheidung. Ob du ein Buch überarbeitest, ein neues Pseudonym wählst oder dich mit einem kompletten Rebranding neu erfindest – es ist kein Rückschritt, sondern ein neuer Schritt nach vorn.Erfolg ist nicht linear – und schon gar nicht endgültig. Du darfst loslassen. Und nochmal anfangen. So oft wie nötig.

​7. Nicht alles, was du schreibst, muss veröffentlicht werden

​Manche Texte sind einfach für dich. Für deine Entwicklung, deine Verarbeitung, deine Neugier. Ich habe halbe Romane in der Schublade, die nie jemand lesen wird – und das ist gut so. Sie haben mich dahin gebracht, wo ich heute bin.
Nicht jedes Projekt muss „raus“. Manche sind einfach Übung. Und genau das macht sie wertvoll.

8. Selfpublishing ist kein Plan B – sondern eine bewusste Entscheidung

​Früher klang Selfpublishing für mich nach „nicht gut genug für einen Verlag“. Heute weiß ich: Es ist unternehmerisch, kreativ frei und verdammt viel Arbeit – aber auch eine der besten Entscheidungen, die ich treffen konnte. Vor allem, wenn man auf zwei Kontinenten lebt.
Du entscheidest über Cover, Marketing, Veröffentlichungstermin – und ja, auch über die Verantwortung, dass alles wirklich gut ist. Das ist herausfordernd, aber auch unglaublich befriedigend.

9. Es wird nie „fertig“ sein

Man lernt nie aus. Jeder Roman, jedes Projekt bringt neue Herausforderungen - aber je drahtseiliger deine Nerven werden, desto gelassener nimmst du all das hin. Denn Schreiben ist kein Ziel. Schreiben ist eine Beziehung – und wie jede gute Beziehung darf sie sich verändern, wachsen, manchmal auch nerven. Aber genau das macht sie lebendig

10. Du darfst dabei du selbst sein

​Ob du im Pyjama schreibst oder in der Sonne auf der Terrasse, ob du deutsch träumst oder auf Englisch fluchst, ob du Fantasy, Romcom oder Gedichte liebst – du darfst deinen eigenen Weg gehen. Es gibt kein „richtig“ oder "falsch", nur das, was sich für dich echt anfühlt.Und je authentischer du bist, desto mehr wird das auch in deinen Texten spürbar.

​Fazit:

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​Wenn ich meinem früheren Ich heute etwas mitgeben könnte, dann vielleicht das: Erwarte weniger – und bleib trotzdem mutig. Schraub die Erwartungen nicht zu hoch. Nicht an dich, nicht an dein erstes Buch, nicht an die Reaktionen da draußen. Denn je höher die Latte liegt, desto leichter fühlt sich ein Erfolg wie ein Misserfolg an – selbst wenn er das gar nicht ist.
Schreiben ist keine Gerade, sondern ein Weg mit Kurven, Abzweigungen, Haltestellen – und manchmal auch mit Schleifen zurück. Und das ist völlig okay. Du darfst wachsen. Du darfst scheitern. Du darfst wieder anfangen.
Was zählt, ist nicht, wie viele Bücher du verkauft hast oder wie oft dein Post geliked wurde. Sondern dass du dranbleibst. Dass du erzählst. Dass du dich selbst immer wieder daran erinnerst, warum du das hier tust: Weil du Geschichten liebst. Und weil du etwas zu sagen hast.

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Kopfchaos vermeiden – wie man bei großen Schreibprojekten den Überblick behält

5/28/2025

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In meinem Blog geht es ja nicht nur um den amerikanischen Alltag, sondern auch ums Schreiben – mit Tipps, persönlichen Erfahrungen und einem Blick hinter die Kulissen meines Autorinnenlebens. Der erste Beitrag in diese Richtung widmet sich einer Frage, die mich bei größeren Projekten immer wieder beschäftigt: Wie bleibt man bei all den Ideen, Plotlinien, Zeitsprüngen und Charakteren halbwegs organisiert – ohne den Kopf zu verlieren?
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​Ich stecke gerade mitten in einer neuen Urban-Fantasy-Trilogie. Band eins ist geschrieben, momentan arbeite ich am Feinschliff – auch wenn es mich längst in Teil zwei zieht. Aber Disziplin muss sein. Schließlich baut das eine auf dem anderen auf, und irgendjemand muss hier ja den Überblick behalten … im Idealfall ich. Oft schreibe ich dabei mit Blick auf den großen Ahornbaum vor dem Fenster, eine Tasse amerikanischen Kaffee neben mir – und ein Kopf voller deutscher Notizen, To-dos und spontaner Geistesblitze, die grundsätzlich dann auftauchen, wenn ich sie gerade gar nicht gebrauchen kann. Kein Wunder also, dass es manchmal schwierig wird, den Überblick zu behalten.  
Hier ein paar Strategien, die mir helfen, wenn mein Gehirn mal wieder versucht, zehn Handlungsstränge gleichzeitig zu jonglieren.

Alles an einem Ort – sonst geht’s verloren

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​Ich arbeite mit einer Mischung aus meinem digitalen Schreib-Setup in Papyrus Autor und einem klassischen Notizbuch – für alles, was mir zwischendurch in den Kopf schießt. Und das passiert öfter, als mir lieb ist. Ihr wisst ja,  ich bin die Person, die sich nachts selbst Nachrichten schickt, wenn mir im Halbschlaf ein Dialogfetzen kommt, der zu gut ist, um ihn der Dunkelheit zu überlassen.
Wichtig ist für mich: Alles braucht einen festen Platz. Ob Worldbuilding-Schnipsel, lose Szenenideen oder Figurenhintergründe – Hauptsache, sie verschwinden nicht irgendwo zwischen Einkaufszetteln und Handyfotos.

Übersicht ist gut – Flexibilität ist besser

Ich mag Struktur. Kapitelübersichten, Figurenbögen, Spannungsverläufe – das alles hilft, um nicht mittendrin den Faden zu verlieren. Aber ich halte das Ganze bewusst locker gestrickt, damit ich jederzeit umschmeißen kann, wenn sich die Geschichte plötzlich selbstständig macht.
Im ersten Teil hat sich zum Beispiel ein Nebencharakter so charmant in den Vordergrund gespielt, dass er eine viel größere Rolle bekommen hat als ursprünglich geplant – inklusive eigener Plotline, die jetzt komplett anders verläuft. Und genau deshalb: Pläne sind gut. Aber sie dürfen atmen.
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Trilogie? Vorausdenken statt hinterherräumen

Neben dem eigentlichen Manuskript führe ich ein separates Dokument mit einem groben Zeitstrahl und einem Spannungsbogen über alle drei Bände. Da steht drin, wann welche Figur was weiß, wann Wendungen kommen, wann Hinweise gestreut werden. Das klingt aufwendig – aber es spart mir im Nachhinein Stunden an Sucherei und Kopfzerbrechen.
Gerade bei einer Trilogie muss man mitdenken, was später kommt. Denn nichts ist ärgerlicher, als auf Seite 400 von Band zwei festzustellen, dass der große Aha-Moment schon irgendwo in Band eins auf Seite 80 leise verpufft ist.

Listen, Listen, Listen​

Ich bin Team Liste. Immer schon gewesen. Ich habe:
  • eine Figurenübersicht (inklusive Lieblingsflüche und innerer Konflikte)
  • eine Orteliste (mit Bildern)
  • eine Liste wichtiger Begriffe
  • eine Rechercheliste
  • und eine „Loose Ends“-Liste – da kommt alles drauf, was ich später noch einbauen, erklären oder prüfen will.
So behalte ich auch bei vielen losen Fäden den Überblick – und weiß genau, wo ich später wieder anknüpfen muss.

Ideenparkplatz für alles, was zu früh kommt

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Manchmal poppt beim Schreiben plötzlich eine Szene für Band zwei oder drei auf – obwohl ich noch mitten im ersten bin. Statt mich davon ablenken zu lassen, landet sie auf meinem Ideenparkplatz. Da darf sie wachsen, bis sie dran ist.
Manche dieser Ideen entstehen übrigens nicht am Schreibtisch, sondern beim Kaffeetrinken auf der Terrasse mit Blick ins Grüne, auf einer Landstraße irgendwo im Nirgendwo, oder auf dem Highway nach Detroit. Michigan ist ziemlich gut darin, den Kopf auf Wanderschaft zu schicken. Oft reicht schon ein nebliger Morgen oder dieser ganz bestimmte Oktobersonnenstrahl und plötzlich ist die nächste Szene da, als hätte sie nur darauf gewartet.. Dann hilft nur eins: SMS an mich. Und hinterher auf den digitalen Ideenparkplatz.

Abstand schafft Klarheit (und manchmal sogar neue Ideen)

Wenn mir alles zu viel wird – Figuren, Zeitlinien, Logik – hilft oft nur eins: Abstand. Mal ist es ein Tag ohne Manuskript, mal ein Blogbeitrag (ja, dieser hier zählt auch), oder einfach die tägliche Hunderunde, die längst fester Bestandteil meines Schreiballtags geworden ist. Bewegung hilft. Frische Luft auch. Und manchmal bringt genau das die besten Ideen zurück – ohne dass man danach gesucht hat.
Und manchmal, wenn es passt, besuche ich sogar einen realen Ort, der in der Geschichte vorkommt – oder zumindest in der Stimmung ganz nah dran ist. Die Fotos unten zeigen übrigens einen Ort aus der Trilogie, die ich gerade schreibe. Erkennt ihn jemand? Ich bin gespannt, wer’s errät.

Fazit

Große Schreibprojekte brauchen mehr als nur Ausdauer – sie brauchen Struktur. Aber keine Sorge: Das heißt nicht, dass alles strikt durchgeplant sein muss. Mit ein paar verlässlichen Tools, einem flexiblen Plan und einem Ideenparkplatz (egal ob digital oder im Notizbuch) lässt sich selbst das kreativste Chaos sortieren – und der Kopf wird wieder frei für das, worum es eigentlich geht: die Geschichte.
Denn am Ende geht’s nicht nur darum, dranzubleiben oder alles im Griff zu haben. Sondern darum, für die Geschichte zu brennen. Sie zu fühlen, sie weiterzuerzählen und vor allem: Freude daran zu haben.  Auch (oder gerade) dann, wenn sie sich mal wieder nicht an den Plan hält.
2 Kommentare

    Kirsten Greco

    ​Fantasyautorin aus Michigan. Schreibt Magie, trinkt Kaffee, löscht Plotbrände.

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